Umwelt & Verkehr - 21.10.2021

Gute Mobilität für Wirtschaft und Menschen

Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar haben sich Vertreter von IHK-Mitgliedsunternehmen und der Mannheimer Stadtverwaltung zu Mobilitätsfragen in Mannheim ausgetauscht. IHK-Präsident Manfred Schnabel trug die aus Sicht der Wirtschaft kritischen Punkte vor und betonte die Bedeutung des Wirtschaftsverkehrs als maßgeblichen Standortfaktor. Für die Stadt präsentierte der für Verkehrsplanung und Stadtentwicklung zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer die aktuellen Maßnahmen der Stadt Mannheim zur Baustellenkoordinierung und die Initiative „Masterplan Mobilität 2035“ als langfristigen Verkehrsentwicklungsplan, der Lärmschutz, Klimaziele, Stadtentwicklung und Radförderung vereint. Anschließend folgte eine rege Diskussion unter den anwesenden Unternehmensvertretern.

„Unsere Mitgliedsunternehmen nehmen die Verkehrssituation in Mannheim und im Kernraum der Metropolregion Rhein-Neckar zunehmend als große Belastung und hohes wirtschaftliches Risiko wahr. Die Mobilität muss drastisch verbessert werden“, fasste IHK-Präsident Manfred Schnabel die Lage aus Sicht der Wirtschaft zusammen. Mit Blick auf den Klimaschutz gibt es bei den Unternehmen eine hohe Akzeptanz für eine pragmatische und technologiegetriebene Mobilitätswende. Zukunftsfähige Lösungen wie emissionsfreie Antriebe und intelligente Verkehrssteuerungen treffen auf hohe Zustimmung. „Auf keine Akzeptanz stoßen alle Maßnahmen, die als dogmatisch oder wirtschaftsfeindlich wahrgenommen werden. Die ökologische Transformation muss auch ein ökonomischer Erfolg werden, wenn wir unseren Wohlstand bewahren und als Vorbild wirken wollen“, so der IHK-Präsident weiter. Mit Blick auf die Baustellensituation wünschen sich die Unternehmen vor allem eine strategische Koordination und frühzeitige sowie vorausschauende Investitionen in die bestehende Verkehrsinfrastruktur. „Baumaßnahmen, die langfristig die Mobilität verbessern, tragen die Unternehmen mit, wenn sie gut geplant und gemanagt sowie effizient umgesetzt werden. Die Erreichbarkeit muss dabei zu jeder Zeit gewährleistet sein. Unternehmen, Fachkräfte und Kunden nehmen Mobilität als einen entscheidenden Standortfaktor wahr, der sich im regionalen und überregionalen Wettbewerb behaupten muss“, betonte Schnabel.

Bürgermeister Ralf Eisenhauer ergänzte die Ausführungen des IHK-Präsidenten: „Die Erreichbarkeit der Innenstadt für Verkehrsteilnehmende mit emissionsfreien Antrieben ist eines der Eckpunkte unseres Masterplans Mobilität. Durch reduzierten Durchgangsverkehr, ein verbessertes Parkleitsystem und die geplante Neuordnung des Straßenrandparkens soll der Parksuchverkehr erheblich eingeschränkt werden und so zu einer Attraktivitätssteigerung für Fußgänger und Radfahrer beitragen. Dabei wird die Innenstadt auch für Autos immer erreichbar bleiben: Genügend Parkraum steht in den Parkhäusern zur Verfügung.“ Eisenhauer verstand gleichzeitig die Bedenken der Wirtschaft, betonte jedoch: „Um auch künftig als Oberzentrum attraktiv zu sein, müssen wir uns als Stadt weiterentwickeln. Das bedeutet zum einen, dass neue – und klimaverträgliche – Verkehrswege geschaffen werden. Zum anderen muss die Leistungsfähigkeit unseres Infrastrukturnetzes gewährleistet sein. Der städtebauliche Wandel und die Pflichtaufgabe der Unterhaltung des öffentlichen Raums erlauben keinen Stillstand. Baustellen sind also unumgänglich. Durch eine umsichtige Planung schaffen wir es aber, die Einschränkungen für Bürgerinnen und Bürger, Pendler oder Kunden so gering wie möglich zu halten.“

Zentrales Fazit des Austauschs von IHK und Stadtverwaltung: Klimaziele und Mobilität dürfen sich nicht ausschließen. Es brauche dafür gemeinsame Lösungen, an denen alle relevanten Akteure in der Region arbeiten. Das fange bei kurzfristigen Maßnahmen zur Baustellenkoordinierung an und ziehe sich weiter zur Verkehrsplanung der nächsten Jahrzehnte. Ein Beispiel für solche Perspektiven ist der „Masterplan Mobilität 2035“. Hier bringt sich die IHK bereits aktiv ein, um die Gestaltung der Mobilität der Zukunft voranzubringen.

Schnabel und Eisenhauer verständigten sich darauf, den bereits gepflegten Dialog zwischen Wirtschaft und Verwaltung für eine verbesserte Mobilität in Mannheim fortzuführen.

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