Kinder, Jugend, Familie - 02.12.2019

„Gute Infrastruktur soll beibehalten werden“

Mannheim verfügt über eine vielfältige Jugendarbeit. Die Einrichtungen und Angebote werden sowohl von freien Trägern als auch von der Jugendförderung der Stadt betrieben. „Diese gute Infrastruktur bei der Jugendarbeit soll auch weiterhin und dauerhaft erhalten bleiben sowie weiter ausgebaut und entsprechend gefördert werden. Deshalb haben wir zusammen mit den freien Trägern und den Vertretern der Politik die Rahmenbedingungen der Förderung analysiert und diskutiert und auf Basis dieser gemeinsamen Bestandsaufnahme nun neue Förderrichtlinien vorgelegt. Diese ermöglichen eine transparentere, verlässlichere und den Anforderungen gerechter werdende finanzielle Förderung der Jugendtreffs“, erläuterte Jugendbürgermeister Dirk Grunert bei der Vorstellung einer entsprechenden Vorlage im Jugendhilfeausschuss am vergangenen Donnerstag, der das Gremium einstimmig zustimmte. Die abschließende Entscheidung liegt beim Gemeinderat.

Aufgrund der allgemeinen Kostenentwicklung, insbesondere im Bereich der Personalkosten, bestand sowohl aus Sicht der Träger und der Politik als auch der Verwaltung die Notwendigkeit, die bestehenden Regelungen zur Förderung zu überarbeiten, um den verlässlichen Fortbestand der Jugendeinrichtungen zu gewährleisten. Auch der Gemeinderat hatte in mehreren Anträgen die Erarbeitung von neuen Förderrichtlinien gefordert.

Möglichst nachhaltig, gerecht und transparent
In Workshops mit den freien Trägern, die in der Arbeitsgemeinschaft Jugendarbeit zusammengeschlossen sind, wurde die bestehende Situation analysiert und Anforderungen an zukünftige Förderrichtlinien gesammelt. Die Förderung soll die Arbeit in Jugendtreffs sowie die damit verbundenen Ziele und Aufgaben sicherstellen. Die neue Fördersystematik verfolgt die Zielsetzung eines Fördersystems, das nachhaltig, gerecht, transparent, rechtskonform und flexibel ist. Die Arbeit der Träger müsse auskömmlich finanziert, der Aufwand bei der Bearbeitung von Anträgen vertretbar sowie Planungssicherheit gegeben sein.

„Es ist unser Ziel, ein bedarfsgerechtes und an den Interessen von Kindern und Jugendlichen orientiertes Angebot der Jugendarbeit in Mannheim umzusetzen. Um dieses zu erreichen, wurde die Förderung und partnerschaftliche Zusammenarbeit des öffentlichen Trägers der Jugendhilfe und der freien Träger nun weiterentwickelt“, so Grunert.

Neue Jugendtreffs entstehen
Auch in den Stadtteilen tut sich in diesem Bereich einiges: In den nächsten zwei Jahren werden in der Schwetzingerstadt und auf dem Luzenberg zwei neue Jugendtreffs als ein Baustein für ein gutes außerschulisches Angebot eröffnet.

Ebenfalls in der Sitzung vergangene Woche beschloss der Jugendhilfeausschuss, die Trägerschaft für den Jugendtreff Friedrichsfeld, der seit 1987 als stadtteilbezogene Einrichtung für Kinder und Jugendliche besteht, an einen neuen Träger, den Freireligiösen Wohlfahrtsverband Baden e.V , zu übertragen, nachdem der bisherige Träger mitgeteilt hatte, dass er die Trägerschaft nicht mehr fortführen möchte.

Im Stadtteil Neuhermsheim ist die Neuerrichtung eines Jugendtreffs nach baurechtlicher Prüfung einer Bauvoranfrage möglich. Der Jugendtreff soll am Standort des alten Jugendtreffs am Lochgärtenweg gebaut werden. Grundlage der Planung ist ein Neubau in massiver Bauweise gemäß des städtischen Standard-Raumprogramms mit circa 200 Quadratmetern Nutzfläche für bis zu 40 Jugendlichen und Nutzungszeiten von Montag bis Freitag von 15 bis 21 Uhr.  Nach der Beauftragung der Verwaltung mit der Maßnahmenumsetzung könnte 2020 das Wettbewerbsverfahren für die Architektenleistungen beginnen. Über die Bereitstellung der erforderlichen Finanzmittel wird noch in den Haushaltsgesprächen zum nächsten Doppelhaushalt beraten. Der Baubeginn könnte in 2022 erfolgen.

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