Politik & Verwaltung - 06.02.2019

GR: Ergebnisse des Kindergipfels vorgestellt

Am 14. November 2018 hat der zweite Mannheimer Kindergipfel stattgefunden. Insgesamt haben dabei etwa 150 Kinder von acht bis 13 Jahren zu vier Themen gearbeitet: Schulen, Verkehr und Umwelt, Raum zum Spielen und Freizeitangebote. Die Kindergruppen aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, Hortgruppen, Jugendhäusern, Vereinen und aus Verbänden, stellten ihre Anliegen und Vorschläge für ein kinderfreundliches Mannheim in Zukunftslaboren zur Diskussion. Mitglieder des Gemeinderates, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Mitglieder aus Vereinen und Verbänden hörten den Kindern zu und nach anschließender Diskussion wurden die Anliegen und Vorschläge, die alle Kindergruppen gemeinsam am wichtigsten fanden, als „Kernaussagen“ in ein Weißbuch eingetragen. Dieses Weißbuch wurde Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Mitgliedern des Gemeinderates am Ende der Veranstaltung übergeben.

In der Sitzung vom 5. Februar wurden die Ergebnisse des Kindergipfels und das Weißbuch den Mitgliedern des Gemeinderats vorgestellt, mit dem Ziel, dass die Anliegen und Vorschläge der Kinder für ein kinderfreundliches Mannheim sichtbar werden und nach dem Kindergipfel von Erwachsenen und Kindern aufgegriffen und – wenn möglich – umgesetzt werden. „Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass bei Entscheidungen die Interessen der Kinder gezielt betrachtet und Kinder gehört werden müssen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz nach der Präsentation der Kinder.

Raum für Freizeit, weniger Verkehr und mehr Sauberkeit
Blättert man durch das Weißbuch, wird schnell deutlich, dass die Kinder vor allem Räume fordern, in denen sie ihre Freizeit sinnvoll gestalten können und das in einer kindgerechten Umgebung, die auch Rückzugsorte bietet. Die Gestaltung und Ausstattung von Spielplätzen oder Schulhöfen ist den Kindern sehr wichtig. Dabei spielt auch das Thema Sauberkeit eine große Rolle und das nicht nur auf Spielplätzen, sondern in der ganzen Stadt.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Frage der Verkehrssituation. Weniger Autos und mehr ÖPNV-Nutzung sowie ein sicherer Schulweg stehen hier ganz oben in der Liste der Forderungen.

Mögliche Umsetzung der Ergebnisse
Der Gemeinderat dankte den Kindern für ihr Engagement und will die Ergebnisse des Kindergipfels nicht „nur“ zur Kenntnis nehmen. Dabei wies der Gemeinderat darauf hin, dass nicht alle Wünsche und Forderungen aus dem Kindergipfel umgesetzt werden können, manche aber bereits umgesetzt sind und dass andere Vorschläge von der Verwaltung oder den Gemeinderatsmitgliedern zum Beispiel im Rahmen der Etatberatungen in den Gemeinderat eingebracht und dann auch beschlossen werden könnten.

Von Februar bis April 2019 wird das 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro die Kindergruppen besuchen und berichten, was bis dahin aus den Ideen und Anliegen der Kinder geworden ist. Zudem soll im 1. Quartal 2019 die Dokumentation des zweiten Mannheimer Kindergipfels mit allen Anliegen und Ideen der Kindergruppen vorliegen.

Der Kindergipfel
Der Kindergipfel ist ein Format der 68DEINS! Kinder- und Jugendbeteiligung in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Mannheim, des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt und des Fachbereichs Demokratie und Strategie/Kinderbeauftragte sowie des Stadtjugendring Mannheim e.V..
Zusammen mit dem Jugendgipfel ergänzt der Kindergipfel die stadtteilbezogenen Kinder- und Jugendversammlungen. Er findet alternierend zum Jugendgipfel alle vier Jahre statt.

Kinder- und Jugendbeteiligung in Mannheim
Mannheim hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes zu beteiligen. Kinder und Jugendliche sollen in kommunale Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Dazu müssen sie mitreden, mitbestimmen, mitgestalten dürfen und wollen – möglichst oft und öffentlich und dabei auch lernen, mit unterschiedlichen Interessengruppen Lösungen auszuhandeln und so erfahren können, dass Politik gestaltbar ist. Das Recht auf Beteiligung ist ein zentrales Recht der UN-Kinderrechtskonvention.

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