Politik & Verwaltung - 14.02.2022

Gemeinsam von einander Lernen

Wie passen sich Städte an den Klimawandel an? Dies diskutierten rund 100 Expertinnen und Experten aus Politik und Wissenschaft aus Kuala Lumpur und Mannheim im Rahmen eines virtuellen Urban Thinkers Campusses (UTC), den die Stadt Mannheim auf Anregung der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur und  in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und dem Büro Resilient Urban Planning and Development, am Freitag, den 11. Februar zum Thema „Einführung eines Klimaaktionsplans in Kuala Lumpur“ durchgeführt hat.
 
Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, der zusammen mit dem Bürgermeister von Kuala Lumpur, Datuk Mahadi Che Ngah, die Veranstaltung eröffnete, unterstrich die Bedeutung solcher Formate für die bevorstehenden Transformationsprozesse: „UTCs sind das perfekte Instrument um städtische Probleme zu diskutieren, Lösungen zu finden und  konkrete Projekte mit neuen Partnerschaften umzusetzen. Bei der Herausforderung des Klimawandels zeigt der heutige UTC, dass wir in unseren Ambitionen nicht allein sind, sondern uns weltweit auf den Weg machen.“
 
Einführung eines Klima-Aktionsplans in Kuala Lumpur
 

Der Prozess zur Einführung eines Klima-Aktionsplans in Kuala Lumpur wurde mit der Durchführung eines ersten UTCs im Dezember 2019 zum Thema „Bekämpfung des Klimawandels in Südostasien“ angestoßen. Im Rahmen des zweiten UTCs konnten jetzt Ergebnisse erarbeitet werden, von denen auch die Stadt Mannheim in ihrem Leitbildprozess und auf ihrem Weg zu einer klimaresilienten, nachhaltigen und Co2-neutralen Stadt profitieren kann.  Bürgermeisterin Prof. Dr. Diana Pretzell betonte dies in ihrem Beitrag zum Thema „Anpassung an die Klimaauswirkungen in Malaysia und Deutschland“ im Rahmen der Veranstaltung: „Klimaschutz müssen wir als Stadtgesellschaft konsequent in all unsere Aktivitäten einbinden. Daher nutzen wir den Local Green Deal und den Klimaschutz-Aktionsplan, um gemeinsam mit wichtigen Akteuren der Stadtgemeinschaft diesen Pfad für Mannheim zu beschreiten. Beim UTC haben wir erfahren, wie andere Nationen das anpacken. Klar ist auch, dass die biologische Vielfalt nicht zu kurz kommen darf, denn sie wird entscheidend sein, um Lebensqualität in unserer Stadt zu verbessern, hin zu einer grünen, gesunden und nachhaltigen Stadt.“
 
Partnerschaften zur Zielerreichung
 

Die lokale und globale Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele ist ohne Städtepartnerschaften und ohne Netzwerke nicht möglich. Hier ist ein Urban Thinkers Campus besonders wertvoll. Denn der direkte Austausch von Städten zu gemeinsamen Problemen hat für beide Seiten immer auch konkrete Lerneffekte.
 
Weitere Kooperation und Durchführung gemeinsamer Projekte
 
Beim UTC wurde die weitere Kooperation und die gemeinsame Durchführung von Projekten beschlossen. Dabei geht es um beispielsweise um Maßnahmen zum Umgang mit beziehungsweise zur Vermeidung von großer Hitze sowie zur Erreichung der Co2-Neutralität - ein Ziel aus dem Leitbild Mannheim 2030. Eine konkrete Maßnahme wäre der Einsatz von Straßenasphalt, der Sonnenlicht reflektiert oder Verschattungen durch Bäume. Denn eine große Rolle spielt auch die Begrünung von Städten. Im Rahmen des UTCs wurden dazu Best Practices aus dem internationalen Umfeld und innovative Ideen vorgestellt, zum Beispiel naturbasierte Lösungen, wie Pocket Parks. Dabei handelt es sich um besondere Grünlandschaften im Stadtgebiet. Am Beispiel der Stadt München zeigte Didier Vancutsem, Vizepräsident der International Federation of Landscape Architects, auf, wie wichtig große Grünzüge für das Klima in einer Stadt sind, was die Bedeutung des geplanten Grünzugs Nordost unterstreicht.
 
Auch die Digitalisierung und SMART City Lösungen sind für die Zielerreichung unabdingbar. Sowohl Bernhard Schumacher von der MVV Energie AG als auch Dr. Parisa Kloss von Resilient Urban Planning und Development zeigten in ihren Vorträgen auf, wie digitale, smarte Lösungen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur CO2 Reduktion oder zur Verringerung von Hitzestress in Städten beitragen können. Der Vertreter des EU Netzwerkes IURC, der den Wissensaustausch zwischen Europa und Asien/Australien organisiert, will die MVV Lösungen in seinem Netzwerk in Asien/Australien vorstellen.
 
Nicht zuletzt wurde ein regelmäßiger virtueller Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen zwischen den Städten Mannheim und Kuala Lumpur aber auch anderen Städten angeregt. Außerdem wird es auf dem diesjährigen World Urban Forum, das im Sommer im polnischen Katowice stattfindet, dazu eine entsprechende Veranstaltung geben.
 
Aufzeichnung der Veranstaltung abrufbar
 
Die Aufzeichnung der Veransatltung ist auf dem Youtube-Kanal der Stadt Mannheim unter: www.youtube.com/stadtmannheim abrufbar.

Darüber hinaus wird ab Ende März eine umfassende Dokumentation der Ergebnisse auf www.utc-mannheim.de abrufbar sein.
Am 20. und 21. Mai 2022 plant die Stadt Mannheim wieder einen Urban Thinkers Campus mit der Bürgerschaft als Präsenzveranstaltung im Stadthaus in N1. Dabei stehen die Nachhaltigkeitsziele „Geschlechtergleichheit“ und „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ im Fokus

 

Globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Piktogramm 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden
Piktogramm 13 Massnahmen zum Klimaschutz
Piktogramm 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

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Strategische Ziele der Stadt

  • Piktogramm Demokratie, Engagement und Beteiligung

    Mannheim zeichnet sich durch eine starke Stadtgesellschaft und gutes Verwaltungshandeln aus. Die Mannheimerinnen und Mannheimer nutzen überdurchschnittlich engagiert die Möglichkeiten, sich in demokratischen und transparenten Prozessen an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen.

  • Piktogramm Klima, Umwelt und alternative Mobilität

    Mannheim ist eine klimagerechte – perspektivisch klimaneutrale – und resiliente Stadt die Vorbild für umweltbewusstes Leben und Handeln ist.

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