Politik & Verwaltung - 11.09.2017

Gedenken an die Opfer des Hubschrauberunglücks

„Die Wunden mögen verheilt sein, die Narben bleiben“, mit diesen Worten wandte sich Steffen Ratzel als offizieller Vertreter der Stadt am 11. September an die Angehörigen und Freunde derjenigen, die auf den Tag genau vor 35 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz in Mannheim ums Leben gekommen waren. „Wir als Stadt sind Ihnen und den Opfern diese Feier und das Gedenken an die Tragödie schuldig“, so der Stadtrat weiter und erinnerte damit an das schwere Unglück im Rahmen der Internationalen Luftschiffertage. Einer Feierlichkeit im Rahmen des 375-jährigen Stadtjubiläums auf dem Flugplatz Neuostheim, bei der 46 junge Menschen aus Frankreich (23), Wales (9), USA (8) sowie sechs Deutsche den Tod fanden.

„Es war schönes Wetter. Die Stimmung auf dem Flugplatzgelände war fröhlich und ausgelassen“, so Ratzel, der damals als Jugendlicher ebenfalls mit Freunden dorthin gefahren war. Doch als eine der beiden Chinook-Transportmaschinen der US-Garnison aufgrund eines technischen Defektes vor den Augen tausender Besucher abstürzte, wie ein Stein auf die Autobahn prallte und sofort Feuer fing, habe Mannheim die größte Katastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt.

„Geplant war eine besondere Formation. Junge Fallschirmspringer verschiedener Nationen wollten gemeinsam ihre Verbundenheit über die Grenzen hinweg zeigen“, sagte Oberfeldwebel Werner Dingert, der die Tragödie ebenso als Augenzeuge miterlebte wie Peter Röttele. Er gehörte damals dem Vorstand der Mannheimer Fallschirmspringer an und koordiniert die ebenfalls grenzübergreifende gemeinsame Gedenkstunde für die Hinterbliebenen an der vom britischen Bildhauer Michael Sandle geschaffenen Stele. Diese wurde ein Jahr nach dem Unglück am Flugplatz aufgestellt. Seither sei kein Jahr vergangen, an dem man sich dort nicht in großer Zahl getroffen habe, so Röttele. Aus der Trauer seien Freundschaften gewachsen, verbunden auch durch den gemeinsamen Sport, das Fallschirmspringen. Als wichtig bezeichnete es Röttele zudem, sich Gedenken als Kultur zu bewahren, um mit Blick auf die Zukunft Lehren aus dem Geschehen ziehen zu können.