Umwelt & Verkehr - 17.10.2013

Förderbescheid für Ausbau der Pulveraktivkohle-Anlage übergeben

Im Sommer 2010 nahm die bundesweit erste Pulveraktivkohleanlage (PAK) im großtechnischen Maßstab zur gezielten Elimination von Spurenstoffen im Abwasser im Klärwerk Mannheim ihren Betrieb auf. Zunächst wurde nur ein Teilstrom des Abwassers behandelt, jetzt wurde die Anlagenkapazität auf 90 % des Abwasserstroms ausgebaut. Die Gesamtkosten betragen 6,8 Mio. Euro. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat für diese Maßnahme rund 1,4 Millionen Euro Zuschuss bewilligt. Umweltminister Franz Untersteller überbrachte nun den Förderbescheid im Klärwerk Mannheim.

„Wir freuen uns, dass der Förderantrag so rasch genehmigt wurde“, sagte Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala bei der Begrüßung und versicherte, man werde noch in diesem Jahr mit der Ausbaumaßnahme beginnen. „Als Kommune sehen wir den Handlungsbedarf vorerst im abwassertechnischen Bereich, um die Umwelt und damit das Wohl der Allgemeinheit zu schützen – auch wenn der Gesetzgeber hierzu noch keine entsprechenden Maßnahmen vorgibt“, erklärte Kubala.

Minister Untersteller bezeichnete die PAK-Anlage als richtungsweisendes Abwasserprojekt. Mannheim gehöre zu den Pionieren, wenn es um die Elimination von Spurenschadstoffen gehe. Er dankte der Stadt für ihr Engagement. Mannheim habe einen großen Anteil an der Vorreiterrolle des Landes in Sachen Spureneliminierung, so der Minister in seiner Ansprache.

In der PAK-Anlage werden organische Spurenschadstoffe, wie Reststoffe von Medikamenten, Röntgenkontrastmitteln oder Haushaltschemikalien aus einem Teilstrom des gereinigten Abwassers entfernt. Dank verfeinerter Messmethoden können diese organischen Spurenschadstoffe auch in geringen Mengen im Oberflächengewässer nachgewiesen werden.

In Zukunft muss mit höheren Konzentrationen (unter anderem aufgrund des demografischen Wandels) gerechnet werden. Deshalb müssen wirksame Maßnahmen für den Gewässerschutz ergriffen werden. Die Wirksamkeit des PAK-Verfahrens wurde im Rahmen verschiedener messtechnischer Untersuchungen bestätigt. Die Arbeit der Versuchsanlage wurde von der Hochschule Bieberach wissenschaftlich begleitet.

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