Wirtschaft & Arbeit - 28.07.2016

Förderband Mannheim e.V. und ad laborem gGmbH – Zwei erfolgreiche ESF Projekte

Für Mannheim stehen auch 2017 wieder 610.000 Euro an Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) aus dem regionalen Kontingent des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg zur Verfügung. Der Arbeitskreis ESF Mannheim, der im Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim angesiedelt ist, bewertet die eingereichten Projekte und erstellt jedes Jahr eine Förderrangliste. In Mannheim können hierdurch sieben Projekte gefördert werden. Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch besuchte nun zwei erfolgreiche Projekte, die eine ESF-Förderung erhalten.

„Mit Hilfe der ESF-Mittel möchten wir einen Beitrag zur Integration dieser Personengruppen, die oft von Armut und Ausgrenzung bedroht sind, beisteuern und somit die Lebenssituation in Mannheim verbessern“, so Bürgermeister Michael Grötsch beim Besuch der zwei Mannheimer Projekte.

Ein gelungenes Projekt ist das Programm „Türen öffnen“ des Vereins Förderband Mannheim e. V., das junge Alleinerziehende auf eine Teilzeitausbildung vorbereiten soll. Im Rahmen dieses Projektes für junge Mütter berät und betreut das Förderband junge Mütter, oder in Einzelfällen auch junge Väter, die ihre schulische oder berufliche Ausbildung aufgrund der Schwangerschaft·abbrechen oder unterbrechen mussten und den Einstieg in eine Ausbildung planen. Dies verdeutlichten drei Teilnehmerinnen des Projekts unmittelbar über ihre praktischen Erfahrungen. Aufgrund ihrer Erziehungstätigkeit und der daraus resultierenden zeitlichen Beanspruchung war für die jungen Frauen eine reguläre Vollzeitausbildung nicht möglich und daher bereiteten sie sich in der Maßnahme beim Förderband auf eine sogenannte Teilzeitausbildung vor. Mit großem Erfolg: Alle drei konnten in einen Teilzeitausbildungsplatz vermittelt werden. Dies ist beispielhaft für den Erfolg des Projektes, denn eine Ausbildung in Teilzeit verbessert die Vereinbarkeit von Beruf und Familienaufgaben. Sie ermöglicht es ohne Berufsabschluss eine Ausbildung zu absolvieren, die die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert und sichert eine möglichst eigenständige Existenz. Dies unterstrich nochmals Sandra Kippenhan, Leiterin Ausbildungsmarketing bei Roche diagnostics GmbH. Das Unternehmen ist schon lange vom Modell Teilzeitausbildung überzeugt. Hierdurch konnten acht erfolgreiche Teilzeitauszubildenden aus dem Projekt anschließend bei Roche übernommen werden.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Förderprojekt ist, dass die allgemeine Schulpflicht erfüllt ist und ausreichend Deutschkenntnisse vorhanden sind. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen des dualen Ausbildungssystems in Teilzeit. Die Ausbildungsdauer beträgt im Regelfall drei Jahre mit einer Wochenarbeitszeit von rund 30 Stunden inclusive Schulzeit. Das Förderband gewährleistet eine sozialpädagogische und schulische Begleitung der Mütter während der Ausbildung. Am Ende erhalten die Frauen einen anerkannten Ausbildungsabschluss.

Eine weitere Erfolgsgeschichte schreibt das Unternehmen ad laborem gGmbH. Der Verpackungs- und Logistik-Dienstleister aus Mannheim arbeitet seit mehreren Jahren erfolgreich im Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar in den Bereichen Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Just-in-Time-Versand. Der Kundenstamm ist mit global agierenden Großunternehmen und mittelständische Unternehmen aus der Region gespickt. Das Besondere daran: Von den 50 Arbeitskräften ist ungefähr die Hälfte schwerbehindert und zwölf Teilnehmer werden über den Europäischen Sozialfonds gefördert. Bürgermeister Grötsch: „Für mich ist besonders beeindruckend, dass sehr motivierte Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen hier eine Arbeit direkt am Markt übernehmen“.

Der Arbeitskreises ESF hat für den Stadtkreis Mannheim neben der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und der Teilhabechancen von Menschen, die besonders von Armut und Ausgrenzung bedroht sind auch die Vermeidung von Schulabbruch und Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit als spezifisches Ziel. Hierfür sind diese zwei erfolgreichen Projekte aus den Bereichen Ausbildung und Arbeitsplatz gute Beispiele und stehen symbolisch für alle weiteren Mannheimer Projekte.

„Die Projekte zeigen deutlich das erfolgreiche Zusammenwirken von Wirtschaft, Arbeit und Sozialem in Mannheim“ so Bürgermeister Michael Grötsch, der sich von beiden besuchten ESF-Projekten sehr beeindruckt zeigte.