Bildung & Wissenschaft - 02.07.2019

Feuergriffel: neue Welten entdecken

Abschlusslesung aus neuem Buch und Preisverleihung an Tania Witte

Drei Monate, zwei davon zu kalt und einer zu warm, sind wie im Fluge vergangen. Am 1. Juli 2019 verabschiedete sich Feuergriffel Tania Witte, die 7. Kinder- und Jugendstadtschreiberin, mit einer Abschlusslesung aus dem aktuellen Manuskript. Hinter ihr liegen viele Begegnungen mit Mannheimer/-innen, insbesondere mit Jugendlichen im Rahmen von Lesungen. Im Dalbergsaal der Stadtbibliothek ausgestellt und auf dem Feuergriffel-Blog (http://www.feuergriffel.de) veröffentlicht sind beispielsweise Texte, die im Rahmen einer Schreibwerkstatt ausgearbeitet wurden. Ergänzt werden die Texte durch Fotos. Sie entstanden bei einem Besuch der neuen Kunsthalle zusammen mit der Fotografin Carina Nietsche.

Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb betonte in ihrem Grußwort wie wichtige solche intensiven Begegnungen mit Autorinnen und Autoren für Kinder und Jugendliche sind  und wünschte sich ein Wiedersehen mit Witte in Mannheim mit dem dann fertigen Buch.

Mit dem Feuergriffel als Stadtschreiber/-innen-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur verfolge de Stadt zwei unmittelbare Ziele: Literaturförderung und Literaturvermittlung. „Literaturförderung zielt auf die Förderung von Autorinnen und Autoren, sie ist also eine finanzielle und dazu auch eine ideelle Förderung, damit Literatur entstehen kann. Diese Förderung ermöglicht Struktur und kreatives Arbeiten. Die Literaturvermittlung zielt darauf, dass wir Zielgruppen – in unserem Falle Kinder und Jugendliche – an hochwertige Literatur heranführen können und sie für die Literatur erwärmen und hoffentlich langfristig begeistern können. Beides bedeutet: Wir wollen die Lust am Lesen fördern, Menschen einen Weg bahnen, sich mit Literatur für das Leben fit zu machen, mit Literatur die eigene Fantasie anzuregen, das Gelesene in eigene Vorstellungen zu transformieren und dabei Welten zu öffnen, die sich ohne die Literatur und das geschriebene Wort nicht bieten würden“, erläuterte die Bürgermeisterin.
Sie wünschte der Stadtschreiberin für ihren weiteren künstlerisch, kreativberuflichen wie privaten Weg viel Erfolg.

Beeindruckende Begegnungen
Im Gespräch mit dem Bibliotheksleiter Dr. Bernd Schmid-Ruhe berichtete Tania Witte von ihren Mannheimer Begegnungen und Erlebnissen. Nachhaltig beeindruckt hat sie eine Hospitation im Zentralinstitut für seelische Gesundheit. Diese hatte sich die Autorin gewünscht, weil ihr neues Buch mit dem Arbeitstitel „Sonnenblick“ psychische Erkrankungen von Jugendlichen thematisiert. Für ihre Arbeit taucht Witte immer intensiv in neue Welten ein und informiert sich über Themen, die für ihr Buch wichtig sind.

Sehr gespannt waren auch die jugendlichen Zuhörer/-innen auf die ersten Kapitel aus dem neuen Buch. Tania Witte betonte, dass es sich um eine Werkstattlesung handele und sie normalerweise nicht aus unfertigen Büchern lese. Noch könnten die Leser/-innen Namensvorschläge für die eine oder andere Person im Buch machen. In zwei Jahren könnten sie darauf hoffen, das fertige Buch in Händen zu halten. Die Lektorin des Arena Verlages, die schon Wittes im März erschienen Jugendroman „Die Stille zwischen den Sekunden“ betreut hat, nickt zustimmend.

Bei der anschließende Preisverleihung würdigten Bildungsbürgermeisterin Freundlieb sowie die Vertreter/-innen der beiden Sponsoren des „Feuergriffel“-Stipendiums, Antje Geiter, verantwortlich für Kinder- und Jugendprojekte der Heinrich-Vetter-Stiftung, und Heiko Brohm, Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation der GBG, die die kreative Arbeit der Autorin.

Zum Feuergriffel:
Tania Witte ist die siebte Preisträgerin des Mannheimer „Feuergriffel“, dem bisher einzigen Stadtschreiber/-innen-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland. Dieses wird alle zwei Jahre von der Stadtbibliothek Mannheim ausgeschrieben und ist mit insgesamt 9.000 Euro dotiert. Gefördert wird das Stipendium durch die GBG Mannheim, die Heinrich-Vetter-Stiftung, den Förderkreis der Stadtbibliothek Mannheim e.V. und das Kulturzentrum Alte Feuerwache.

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