Sport & Gesundheit - 29.01.2016

Erster Meilenstein erreicht: ZI feiert Neubau-Eröffnung in K3

Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) feierte mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus im Quadrat K3 am Freitag, 29. Januar, einen Meilenstein des groß angelegten Neu- und Umbauprojekts. Mit den bis ins Jahr 2020 andauernden Baumaßnahmen hat sich das ZI zum Ziel gesetzt, einen bedeutenden Fortschritt in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen sowie in der Erforschung psychiatrischer Krankheiten zu machen.

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des ZI, gratulierte zur Fertigstellung des ersten wichtigen Bausteins der Baumaßnahmen. „Für die Stadt Mannheim ist das ZI in zweierlei Hinsicht eine Einrichtung von zentraler Bedeutung. Zum einen werden hier die notwendigen Strukturen für die Übernahme der Vollversorgung für die Stadt Mannheim geschaffen und sichergestellt. Zum anderen werden neue Forschungsmöglichkeiten eröffnet, die einen erheblichen Beitrag zur Positionierung und Etablierung Mannheims als Wissenschafts- und Forschungsstandort leisten“, betonte Dr. Kurz in seinem Grußwort. Der Stadtverwaltung sei es daher ein wichtiges Anliegen, die Entwicklung des Zentralinstituts weiterhin zu begleiten und zu unterstützen.

Das Ziel aller Mitarbeiter aus Krankenversorgung und Forschung ist es, Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen auf hohem Niveau anzubieten und weiterzuentwickeln. Mit Fertigstellung des neuen Gebäudes in K3 wird der erste Schritt eines stufenweisen Zuwachses von gegenwärtig 307 auf künftig insgesamt 384 Betten und Behandlungsplätze umgesetzt. „In diesem Neubau werden ein innovatives Behandlungskonzept umgesetzt und gleichzeitig die Voraussetzungen für die stationär-psychiatrische Vollversorgung für die Stadt Mannheim, die wir zukünftig übernehmen werden, geschaffen“, erklärte Katrin Erk, Kaufmännischer Vorstand des ZI, die Vision. „Bei den Bauplanungen haben wir eng mit dem Gestaltungsbeirat und Baukompetenzzentrum der Stadt Mannheim zusammengearbeitet. Mit der heutigen Einweihung wird unser langjähriges Engagement belohnt“, freute sich Erk.

Bundesweit einzigartig: Das Adoleszentenzentrum zur Behandlung Jugendlicher und junger Erwachsener

In dem neuen Gebäude werden nach Fertigstellung sämtlicher Baumaßnahmen unter anderem die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, eine Tagesklinik sowie die Gemeindepsychiatrie angesiedelt sein. Leuchtturmprojekt und bundesweit einzigartig ist das in K3 untergebrachte Adoleszentenzentrum. Hier wird ein ganzheitlicher Therapieansatz verfolgt, der die strikte Trennung zwischen einzelnen Stationen bzw. Fachdisziplinen sowie zwischen teilstationärer und stationärer Behandlung aufhebt. Die Therapie soll sich maßgeschneidert an dem jeweiligen Krankheitsbild eines Patienten orientieren und so die individuelle und interdisziplinäre Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewährleisten. „Die Entwicklung unserer Stadtgesellschaft zeigt, dass zukünftig in diesem Bereich ein gesteigerter Bedarf, vor allem auch im Hinblick auf die Themen Migration und Gesundheit, bestehen wird“, so der Oberbürgermeister. „Mit dem Adoleszentenzentrum können wir hier neue und sicherlich erfolgreiche Wege einschlagen.“  

Die Gesamtinvestitionen der Neu- und Umbaumaßnahmen belaufen sich auf rund 132 Millionen Euro, die Kosten für den Neubau in K3 auf rund 19 Millionen Euro und wurden aus Bundesmitteln, Geldern des Sozial- und Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg sowie aus Eigenmitteln des ZI erbracht.

Hintergrund:

Das ZI ist heute eine der national und international renommiertesten Forschungseinrichtungen für psychiatrische Erkrankungen und klinische Neurowissenschaften. Der Spatenstich für den Erweiterungsbau im April 2013 gab den Startschuss für das größte Neubau-Projekt seit Gründung des ZI vor 40 Jahren. Damit sollen optimale Bedingungen geschaffen werden, um weiterhin Spitzenforschung und -medizin für die bestmögliche Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen leisten zu können und dadurch neue Standards in der Versorgung – wie das im Neubau in K3 eingerichtete bundesweit einzigartige Adoleszentenzentrum – setzen zu können.

Im Bereich der Forschung wird in K3 unter anderem über eine Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Universität Heidelberg ein Rekrutierungsstandort der „Nationalen Kohorte“ eingerichtet. Hierbei handelt es sich um eine groß angelegte Langzeit-Bevölkerungsstudie, die deutschlandweit von einem Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen durchgeführt wird.