Politik & Verwaltung - 07.06.2019

Entwicklung von Quartieren vorantreiben

Es ging um die Demokratie und damit auch um die Grundlagen freier Stiftungsarbeit beim Deutschen StiftungsTag, der in diesem Jahr in Mannheim stattfand. In mehr als 100 Veranstaltungen informierten sich rund 2.000 Gäste im Rahmen der Tagung über neueste Entwicklungen und suchten nach Handlungsmöglichkeiten für Stiftungen.
Um solche Handlungsmöglichkeiten ging es auch in der Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie- und Stadtentwicklung: Stiftungen und Politik im Quartier“, an der neben Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, Dr. Stefan Krämer, Stellvertretender Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, Sabine Nakelski, Referatsleiterin im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Nordrhein-Westfalen und Anna-Lena Winkler von der Haniel Stiftung in Duisburg teilnahmen.

OB Dr. Kurz machte in seinen einleitenden Worten deutlich, dass die Politik und auch Stiftungen stärker im Raum denken müssten als in Sektoren. Kommunen seien die Treiber dieser Entwicklung, da sie notwendigerweise im Raum denken müssten. Dass es nicht nur um die Ungleichheiten zwischen Stadt und Land geht, verdeutlichte er am Beispiel der Lebenserwartungsunterschiede, die in der Stadt und im Vergleich der Quartiere in einer Stadt groß seien. „Um in problematischen Quartieren etwas zu verändern, sind große und vor allem andere Anstrengungen nötig. Es ist wichtig, Ergebnisse zu erreichen, auch wenn es kleinteilige Ergebnisse sind und diese Ergebnisse sichtbar und erlebbar zu machen für die Menschen im Quartier“, so der OB.

Dr. Kremer unterstützte die Forderung von OB Dr. Kurz. In Quartieren, in denen man versuche, gegen die bestehenden Entwicklungen gegenzusteuern, reiche ein „weiter so“ nicht aus und ein Mehr vom Gleichen sei nicht effektiv. Neue Ansätze müssten gefunden werden. Sabine Nakelski erläuterte in ihrem Beitrag, wie integrierte Quartierspolitik in Nordrhein Westfalen funktionieren kann und betonte dabei, dass Kooperation und Vernetzung von allen Beteiligten gewollt sein müssten, um erfolgreich zusammenzuarbeiten. Anna-Lena-Winkler gab einen Überblick über das Collective-Impact-Projekt „Bildung als Chance“, bei dem die Haniel-Stiftung in Duisburg die Zusammenarbeit mit drei Sozialunternehmen koordiniert, um zum Beispiel bildungsbenachteiligte Kinder zu unterstützen.

In der anschließenden Diskussionsrunde betonte Oberbürgermeister Dr. Kurz erneut die Bedeutung der Akteure vor Ort für die Entwicklung eines Quartiers: „Viele Veränderungen entstehen aus der Dynamik. Agilität ist hier ein wichtiges Stichwort. In einem Quartier gibt es nicht einfach Themen zu bearbeiten, alles ist ein Thema“. Alleine für die Neckarstadt-West seien 18 Behörden koordinierend tätig.

Dr. Kremer appellierte zuletzt an die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen, stärker im Raum zu denken und nicht nur den Blick auf das jeweilige Portfolio der Stiftung zu lenken, da die Entwicklung problematischer Quartiere viele Möglichkeiten für Stiftungen biete, sich zu engagieren.     

 

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