Kinder, Jugend, Familie - 26.11.2018

Elterndialog: Ausbau der Betreuung hat Priorität

Gemeinsam mit Eltern erstellte Dokumentation jetzt online verfügbar

Jedes Jahr widmet sich Familienbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb mit dem Elterndialog - einem eigens dafür entwickelten Dialogformat - den Fragen und Anliegen von Mannheimer Eltern. Die achte Veranstaltung dieser Art, fand am 17. Oktober statt und stand in diesem Jahr unter dem Thema „Kinderbetreuung“.

„Eine verlässliche und qualitativ gute Kinderbetreuung sowie die Möglichkeit, Familie und Beruf vereinbaren zu können, ist für viele Eltern in Mannheim ein sehr wichtiges Thema. Die Stadt Mannheim sieht diese Aufgabe als große und nachhaltig wichtige Herausforderung und investiert daher massiv in den Ausbau von Betreuungsplätzen“, erläutert Freundlieb. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen sei in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Daher sollen allein bis zum Jahr 2021 21 neue Krippen und 27,5 neue Kindergartengruppen mit insgesamt 760 Plätzen entstehen. Hierfür investiert die Stadt inklusive Sanierungen zirka 30 Millionen Euro.

„Der Dialog zwischen den Eltern und der Spitze der Stadtverwaltung ist ein wichtiges Instrument der Bürgerbeteiligung, fördert den Austausch und schafft Verständnis. Der Dialog mit den Eltern als Experten für Ihr Kind ist mir sehr wichtig. Ich möchte mich mit ihnen austauschen, ihre Ideen und Hinweise aufnehmen, die anstehenden Planungen detailliert erläutern und mit ihnen den aktuellen Sachstand diskutieren und sie so zu meinen Politikberatern machen“, erläutert die Bürgermeisterin die Intention des Formats.

Nach einer Einführung von Dr. Freundlieb wurden in fünf Workshops die Themen Angebote in Krippe, Kindergarten und in der Schulkindbetreuung sowie Qualität in der frühkindlichen Bildung und in der Schulkindbetreuung vertieft. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt.

Aus dem Elterndialog ist eine Dokumentation entstanden, die von einem Redaktionsteam aus Mitarbeitern der Verwaltung, teilnehmenden Eltern und der begleitenden Firma IFOK erstellt und dem Bildungs- und Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 22. November vorgestellt wurde.

„Die Hinweise der Eltern sind eine wertvolle Unterstützung für Politik und Verwaltung, wenngleich sich auch manche Forderungen gegenseitig widersprechen oder Rahmenbedingungen voraussetzen, die nicht vorhanden sind“, erläuterte die Bürgermeisterin.

Aus Sicht der Eltern hat Ausbau der Betreuungsplätze höchste Priorität. Dabei soll weiterhin die Qualität der Betreuungsangebote und die Verbesserung von Inklusion in den (früh-) kindlichen Bildungseinrichtungen hohe Bedeutung haben.

Die wichtigsten Themen, die von den Eltern in den Workshops diskutiert wurden:

Workshop Angebote in der Krippenbetreuung
-    Ausweitung der Krippenöffnungszeiten (wöchentliche Öffnungszeit, Ferien und Brückentage) und Schaffung eines stadtweit bedarfsgerechten Angebots von Ganztagesplätzen.
-    Kritik an hohen Gebühren, die beispielsweise bei freien Träger auch über denen der städtischen Einrichtungen lägen. Die Bürgermeisterin betonte, dass Eltern mit geringem Einkommen bereits heute kommunale Zuschüsse zu Kita-Gebühren sowie generell für Kindertagespflege erhielten. Eine vollständige Kostenübernahme alle Gebühren sei in Baden-Württemberg nicht vorgesehen. Der Bund habe den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung eingeführt, ohne entsprechende Gelder zu dessen Finanzierung (Konnexität) bereitzustellen. Dennoch hat der Gemeinderat eine Gebührenreduzierung für den Kindergarten von 105 Euro pro Monat – die ab September 2019 für alle Kinder gilt - beschlossen.
-    MeKi – für das Meldesystem Kinderbetreuung wurden verbesserte Kommunikations- und Serviceangebote gefordert. Dabei gab es mehrfache Hinweise auf Wartelisten bei freien Trägern, so dass offenbar parallele Anmeldelisten zum stadtweiten Meki-System existieren.

Workshop Angebote in der Kindergartenbetreuung
-    Der Wunsch nach schnellem Ausbau von Kindergartenplätzen wurde geäußert, ebenso Sorgen über Kita-Schließungen; Hier sucht die Stadt sofort nach deren Bekanntwerden nach Ersatzlösungen.

Workshop  Qualität in der frühkindlichen Bildung
-    Das städtische Sprachförderkonzept in der frühkindlichen Bildung wurde gelobt. Zugleich wurde für alle Einrichtungen ein Ausbau der Angebote gefordert, insbesondere bei Bewegung und Verpflegung. Beim Essen wurde mehrfach eine bessere Qualität wie z.B. der Bio-Anteil hinterfragt.

Workshop Angebote in der Schulkindbetreuung
-    Es wurden Wünsche nach mehr Ganztagesschulen (GTS) sowie einer qualitativ hochwertigen Schulkindbetreuung geäußert. Die Bürgermeisterin betonte, dass ein paralleler Ausbau beider Systeme - qualitativ hochwertige und vollkommen flexible Schulkindbetreuung und ein Ausbau Ganztagsschulen auf 70 Prozent - nicht realisierbar seien. Der geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen müsste durch den Bund ausreichend finanziell ausgestattet werden. Die Stadt investiere intensiv in den Ausbau von Hortplätzen und GTS. 2013 bis 2018 entstanden so 744 neue Plätze in Hort und Verlässlicher Grundschule, sechs Schulen wurden zu GTS ausgebaut.

Workshop Qualität in der Schulkindbetreuung
-    Es wurde eine Steigerung der Qualität in der Schulkindbetreuung gefordert (mehr Lernmöglichkeiten, intensivere Hausaufgabenhilfe, mehr Bewegungsmöglichkeiten), aber auch der weitere Ausbau von GTS im Grundschul- und weiterführenden Schulbereich. Die Bürgermeisterin hob hervor, dass sich die Formen der Schulkindbetreuung Hort/Verlässliche Grundschule (VGS) und GTS grundsätzlich unterscheiden: Während die GTS ein Bildungs- und Erziehungsangebot darstellt, seien Hort und VGS gemäß der Definition des Landes Betreuungsangebote.

Die vollständige Dokumentation steht hier zum Download bereit:    
http://buergerinfo.mannheim.de/buergerinfo/vo0050.asp?__kvonr=220959&voselect=8566

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