Bauen & Wohnen - 01.10.2014

Einweihungsfest auf Turley

Das Leben und Arbeiten auf der ersten Mannheimer Konversionsfläche hat wieder begonnen. Nach nur zwei Jahren seit Kauf der ehemaligen Turley Kaserne sind die ersten Mieter eingezogen: Ein besonderer Meilenstein der städtebaulichen Entwicklung der Nachkriegszeit, der im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und dem städtischen Konversionsbeauftragten Dr. Konrad Hummel gemeinsam mit den Partnern gefeiert wurde.

Die ersten Gebäude der Tom Bock Group sind fertig gestellt und die ersten Musterwohnungen wurden bezogen. Das  Medizintechnologie Unternehmen  VRmagic hat seinen Betrieb auf dem Turley Areal aufgenommen. Der Verkauf der Wohnungen der Mannheimer Wohnwerte läuft an. Das Leben auf Turley ist in vollem Gange. Die MWS Projektentwicklungsgesellschaft hatte aus diesem Grund gemeinsam mit den beiden Hauptinvestoren – Tom Bock Group und Deutschen Wohnwerte – das erste Einweihungsfest organisiert.

In Anknüpfung an die musikalische Tradition, die in den US-Kasernen immer eine bedeutende Rolle spielte, erklangen zum Festauftakt amerikanische Gospellieder vom Chor „daCapo“. In der anschließenden von SWR-Autorin Sabrina Mann moderierten Talkrunde kamen Partner und zukünftigen Bauherren zu Wort.

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz freute sich, dass erste Einweihungsfest nach nur zwei Jahren seit Kauf der Konversionsflächen eröffnen zu können. „Durch die Gründung einer Projektgesellschaft, die ausschließlich für die qualitative Entwicklung und Erschließung von über 500 ha US-Konversionsflächen in Mannheim zuständig ist, ist es überhaupt möglich gewesen, eine Konversionsfläche in dieser kurzen Zeit zu entwickeln“, hob Dr. Konrad Hummel, Konversionsbeauftragter und Geschäftsführer der MWSP hervor

„Die ehemalige Kaiser-Wilhelm Kaserne ist eine Perle unter den Konversionsflächen“, betonte Achim Judt, Prokurist der MWSP. Diese Meinung teilt auch Horst Hamann mit ihm. Warum sonst sieht der in New York City lebende weltbekannte Fotograf für sich die Möglichkeit, eine Galerie auf Turley zu realisieren.

Tom Bock, der elf der 14 Gebäude auf dem Areal gekauft hat verriet, dass er sich auf den ersten Blick in das Gelände verliebt hätte. „Wir entwerfen und bauen nicht nur, sondern fühlen uns auch für die soziale Struktur des Quartier verantwortlich“, erklärte er. Deshalb engagiert er sich auch gemeinsam mit der MWSP auch kulturelle Angebote auf Turley zu schaffen, wie beispielsweise eine Ballettschule oder einen internationalen Kindergarten.

Thomas Dorant, Geschäftsführer der Deutschen Wohnwerte kündigte an, dass angestrebt wird die Neubauten seiner Gesellschaft bis Ende 2015 fertig gestellt werden sollen

Diese Angebote werden durch drei selbstverwaltete Wohngruppen: 13ha Freiheit, umBau² Turley und SWK ergänzt. „Bereits beim ersten Bürgerforum habe ich mich für das Thema gemeinschaftliches Wohnen interessiert“, erzählte Britta Schlichting von der Wohngruppe 13ha Freiheit. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch alleine mit ihrer Idee. „Ich hätte mir damals nicht vorstellen können, dass wir hier heute mit unterschriebenem Kaufvertrag stehen und unsere anfängliche Idee tatsächlich in so kurzer Zeit in die Tat umgesetzt wird“, freut sich Schlichting.

Als nächstes steht auf Turley die konkrete Grün- und Kasinoplanung an. „Das Bürgerhaus dieses Vorzeigeviertels gehört der MWSP und unser hölländischer Partner Winy Maas hat sein Auge darauf geworfen, es lichter und freundlicher zum Stadtteilcafé zu gestalten“, kündigte Hummel abschließend an.

Hintergrund:

Noch bis vor kurzem – genaugenommen bis 2007 – wurden die Turley Barracks noch als US-Kaserne genutzt.  Im September 2012 hat die MWS Projektentwicklungsgesellschaft die Turley Barracks als erste der Mannheimer Konversionsflächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben. In zahlreichen Gesprächen und Veranstaltungen wurden die Bürgerinnen und Bürger an der Planung informiert und beteiligt. Ein Beirat wurde gegründet, in dem Investoren und Betroffene an den Themen der gemeinschaftlichen Nutzungen, des Verkehrs und Grünräumen arbeiten. Die gemeinsame Zielsetzung ist: eine hochwertige, urbane Mischung aus besonderem Wohnen, innovativem Arbeiten und Forschen, Gemeinbedarf und Stadtteilkultur zu entwickeln.

In nur zwei Jahren ist es gelungen, dass das Leben auf Turley wieder beginnt. Die Entwicklung auf Turley wird aber weitergehen, dass dortige Leben wird noch durch gemeinschaftliche Wohnformen, betreutem und inklusivem Wohnen und Gastronomie, Bäcker sowie Bildungs-, Sport- und Fitnesseinrichtungen, beispielsweise eine Ballettschule ergänzt.

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