Wirtschaft & Arbeit - 08.07.2014

CORE geht bei RegioWIN-Wettbewerb an den Start

Es erfüllt gleich mehrere Leuchtturmfunktionen gleichzeitig: das „Energieeffizienzzentrum Rhein-Neckar – Centre of Regional Energy Rhein-Neckar“ (CORE), das am Eingang des Modellquartiers Benjamin Franklin Village für besondere Strahlkraft sorgen soll. Am 10. Juli entscheidet der Gemeinderat abschließend über das Projekt. Nach positiver Beschlussfassung soll CORE beim RegioWIN-Wettbewerb Baden-Württemberg an den Start gehen, in dessen Rahmen die Fördermittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für die Periode 2014 bis 2020 vergeben werden.

Im Fokus von CORE steht die energetisch optimierte Sanierung des Gebäudes 254 auf dem Benjamin Franklin-Areal, bei dem innovative Technologien wie neuartige Energieerzeugungs- und Speichermodule zum Einsatz kommen und das auf diese Weise nahezu einen Passivhaus-Standard erreicht. Forschungsprojekte der Hochschule Mannheim sowie Entwicklungen Mannheimer Unternehmen wie der MVV Energie AG werden integriert. Neben dem Fachbereich Energie & Umwelt der Metropolregion Rhein-Neckar werden sich hier Existenzgründer und Firmen aus dem Energiesektor ansiedeln und in einem rund 170 Quadratmeter großen Showroom neueste Anwendungen der Energietechnik präsentieren. So zeigt die MVV Energie AG modellhaft in Echtzeit das Energiemanagement des gesamten Quartiers. Ergänzt wird das Konzept des Energieeffizienzzentrums um die Mobilitätsbausteine „Induktive Bushaltestelle mit Mobilpunkt“ und „Elektrotankstellen neuester Art“, die mit Energieerzeugung auf dem Gebäude sowie Zwischenspeicherung und bedarfsabhängige Abgabe an E-Fahrzeuge punkten.

„CORE ist gleichzeitig Modellobjekt für Gebäudesanierung, Forschungsfeld für neue Technologien, Schlüssel für eine klimafreundliche Mobilität in Quartier und Region sowie Pilot für eine neuartige Vernetzung in Form von Smart Grids“, so Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Außerdem stehe es für die Gesamtentwicklung auf Franklin, stelle ein Zentrum dar für Cluster-Aktivitäten in der Metropolregion und sei ein Nukleus für Gründungen und Start-ups aus dem Energie- und Umweltbereich.

„Das Projekt CORE ist konsequent abgeleitet aus den strategischen Zielen der Stadt, der wirtschaftspolitischen Strategie und den Klimaschutzzielen“, betont Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. „Ergänzend zur ‚Blue City Mannheim‘, die für das gesamte Stadtgebiet Innovationen in den Bereichen Elektromobilität, Energieeffizienz und Smart Grids fördern will, entwickeln wir derzeit den Masterplan ‚blue_village_franklin‘, das wir unter optimaler Ausnutzung möglicher Fördermittel zu einem überregionalen bedeutsamen Modellquartier in diesem Bereich ausbauen wollen. Das Energieeffizienzzentrum CORE ist hier ein wichtiger Baustein.“

Das Clustermanagement Energie und Mobilität des Fachbereichs für Wirtschafts- und Strukturförderung hat das Projekt in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzleitstelle der Stadt und in enger Abstimmung mit den Projektpartnern MVV Energie, GBG, MWSP, Hochschule Mannheim und dem Fachbereich Energie & Umwelt der MRN entwickelt. Im Fall einer Förderzusage für CORE im Rahmen von RegioWIN ist mit einer Förderung in Höhe von 70 Prozent für die energetischen Sanierungsmaßnahmen und Mobilitätsbausteine zu rechnen. Die Investitionskosten betragen insgesamt 6,8 Millionen Euro. 300.000 Euro der Kosten trägt die Metropolregion Rhein-Neckar. Nach Abzug der Fördermittel verbleibt bei der Stadt ein Kofinanzierungsanteil von 1,95 Millionen Euro. Mit der Förderzusage ist nicht vor Beginn 2016 zu rechnen. Die bauliche Realisierung und fördertechnische Abrechnung des Vorhabens ist bis Ende 2018 vorgesehen.

Drei Mannheimer Leuchtturmprojekte gehen bei RegioWIN-Wettbewerb ins Rennen

Die Stadt Mannheim hat in zwei Förderphasen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung – EFRE (Ziel-2 2000-2006 und RWB 2007-2013) außergewöhnlich von der EU-Strukturförderung profitiert. In beiden Förderphasen konnten jeweils zehn Projekte mit insgesamt rund 45 Millionen Euro EU- und Landesmitteln gefördert und damit ein Investitionsvolumen von über 82 Millionen Euro umgesetzt werden.

Die regionale Fördermittelzuteilung für die neue Förderperiode von 2014 bis 2020 erfolgt in Baden-Württemberg im Rahmen des RegioWIN-Wettbewerbes. Gemeinsam mit der Stadt Heidelberg, den Landkreisen Rhein-Neckar und Neckar-Odenwald nimmt die Stadt Mannheim unter der Federführung des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) am Wettbewerbsverfahren teil und konnte mit dem im Sommer 2013 erarbeiteten Strategiekonzept mit Projektvorschlägen im Januar 2014 erfolgreich in die zweite Wettbewerbsphase einziehen. Bis 30. September dieses Jahres wird das Strategiekonzept zu einem Entwicklungskonzept weiterentwickelt und die Projektvorschläge, insbesondere die Leuchtturmprojekte, konkretisiert und deren Umsetzbarkeit mit Gremienbeschlüssen belegt.

Die Stadt Mannheim wird die drei Leuchtturmprojekte Business Development Center Medizintechnologie, Energieeffizienzzentrum der MRN in Verbindung mit E-Mobilitätsthemen im Benjamin Franklin Village und den Beteiligungsfonds Rhein-Neckar vorschlagen.