International - 04.12.2019

Beiträge der Städte sichtbar machen

Am Anfang stand die offizielle Unterzeichnung von Urkunden, bald schon waren daraus Freundschaften geworden. Heute verbindet Mannheim ein Netzwerk von 13 Städtepartnerschaften und -freundschaften mit der Welt. Der Austausch zwischen Schulen und Vereinen, Kooperationen von Unternehmen und Verwaltungen und Begegnungen von Bürgerinnen und Bürgern gestalten die vielfältigen Beziehungen zwischen den Städten.

Seit 60 Jahren besteht die Partnerschaft mit der französischen Stadt Toulon, seit 30 Jahren bestehen die offiziellen Beziehungen in die Hauptstadt Chişinău, der seit 1991 unabhängigen Republik Moldau und seit 2009 gibt es eine offizielle Partnerschaft zwischen Mannheim und der israelischen Stadt Haifa. Die drei runden Partnerschafts-Jubiläen sowie 30 Jahre Freundschaft mit El Viejo in Nicaragua waren der Anlass, gemeinsam mit dem Förderverein Städtepartnerschaften Mannheim e.V. mit einer Veranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger den Tag der Partnerstädte zu feiern.

Im Stadthaus erwartete die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Rahmenprogramm, das die Städtepartnerschaften beleuchtete. In einer Ausstellung konnten die Besucherinnen und Besucher etwas über die Geschichte der Partnerschaften erfahren. Schulen und Vereine informierten über ihre Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaften. Präsentationen und Gespräche ergänzten die Ausstellung.
Der Tag der Städtepartnerschaften wurde abgerundet durch eine Podiumsdiskussion am Abend über die speziellen Geschichten der drei Partnerstädte und die Bedeutung der Städtepartnerschaften in der heutigen Zeit.

Erster Bürgermeister Christian Specht beleuchtete in seiner Rede zunächst den politisch-historischen Kontext, in dem die ersten Städtepartnerschaften entstanden sind und hob dabei die wichtige Rolle des RGE, des Rats der Gemeinden Europas und des späteren Rats der Gemeinden und Regionen Europa hervor, heute ein Zusammenschluss von über 100.000 kommunalen Gebietskörperschaften aus 39 europäischen Ländern.

Im Anschluss ging Specht auf die einzelnen Städtepartnerschaften ein. Mannheims Partnerschaft mit Toulon zähle zu den Pionieren der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Bis heute sei diese Partnerschaft sehr dynamisch.  

In der Partnerschaft mit Chişinău habe man den Grundstein gelegt für eine städtepartnerschaftliche Innovation: die Begründung des ersten deutsch-moldauisch-ukrainischen kommunalen Kooperationsprojekts.
Die Partnerschaft mit Haifa sei ganz überwiegend aus dem Engagement der Ehrenamtlichen und der Zivilgesellschaft entstanden. Hier stehe die Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich ganz oben auf der Agenda. Dr. Einat Kalisch-Rotem, Oberbürgermeisterin der Stadt Haifa, betonte in ihren Ausführungen, dass die internationalen Allianzen der Städte Chancen und Möglichkeiten böten, am Fortschritt und der Entwicklung der Städte zu arbeiten. Die Beziehungen der Stadt Haifa mit Deutschland gehen zurück auf das Jahr 1968. In den 1930er Jahren flüchteten viele Juden nach Haifa. Inzwischen gibt es ein umfangreiches Netzwerk von Projekten in Bildung, Kultur, in der Forschung und Wirtschaft mit Deutschland.

Victor Chironda, stellvertretender Bürgermeister von Chişinău, erklärte, dass die Partnerschaft mit Mannheim nicht nur aufgrund ihrer Langjährigkeit wichtig sei, sondern auch weil sich Chişinău  aktuell in einem Prozess der Veränderung befinde. Hier könne man von Mannheim lernen und gemeinsam weitere Projekte planen.

Jacqueline Martin-Lombard, Stadträtin und Delegierte für internationale Beziehungen der Stadt Toulon, betonte, dass in einer globalen Welt die Freundschaft zwischen den Städten helfe, diese zu entwickeln. Trotz linguistischer und kultureller Unterschiede habe sich die Freundschaft zwischen Mannheim und Toulon in exemplarischer Art und Weise entwickelt. Beide Städte seien in ihrer Größe vergleichbar und machten eine dynamische ökonomische Entwicklung durch: „Je mehr wir zusammenstehen, desto stärker sind wir“, erklärte Martin-Lombard.

Sara Höflich de Duque nahm als Vertreterin der United Cities and Local Governments (Weltverband der Kommunen) an der Podiumsdiskussion teil. Sie lobte die Vielfalt der Vernetzungen in Mannheim. Sie betonte die Rolle der Städte, denn eigentlich hätten alle Politikfelder, sei es Inklusion, Kultur, Solidarität, Digitalisierung oder Klimawandel eine kommunale Ebene. Und: Die Städtepartnerschaften lebten zunächst vom Zivilengagement. Die Beiträge der Städte, der Kommunen und ihrer Bürger müssten deutlich gemacht werden. Deshalb seien auch solche Veranstaltungen wie der „Tag der Partnerstädte“ in Mannheim zur Feier der Partnerschaften so wichtig.

 

 

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