Bauen & Wohnen - 15.04.2016

Baukulturpreis – große Auszeichnung für gleich zwei Sieger

Neun Objekte standen zur Wahl und nach der Online-Abstimmung haben sich gleich zwei Sieger hervorgetan. Der dritte Mannheimer Baukulturpreis geht somit an die Uhlandschule in der Neckarstadt und an die Jonakirche im Stadtteil Blumenau. Baubürgermeister Lothar Quast zeichnete im feierlichen Rahmen die unter Denkmalschutz stehende Grund- und Werkrealschule und den Kirchenbau der sechziger Jahre aus. In den zwei Jahren zuvor wurden die Pfingstbergkirche und der Speicher 7 mit dem begehrten Preis der Stadtverwaltung Mannheim ausgezeichnet.

„Baukultur ist ein zentrales Thema der Stadtentwicklung in Mannheim. Dabei geht es uns aber nicht nur darum, bei neuen Bauprojekten auf eine qualitativ hochwertige Architektur zu achten. Uns ist vor allem auch wichtig, das Gespür für eine hochwertige, gebaute Umwelt zu schärfen und eine öffentliche Debatte über dieses Thema in Gang zu bringen“, erläutert Baubürgermeister Lothar Quast. „Beide Sieger sind perfekte Beispiele für eine besondere Architektur“, so Quast weiter.

Das Baukompetenzzentrum der Stadt Mannheim hatte auch im vergangenen Jahr dazu eingeladen, gute Architektur in Mannheim zu entdecken. Im Zeitraum von Mai bis Oktober wurden neun rote Betonwürfel im Mannheimer Stadtgebiet aufgestellt, um auf besonders gelungene Architektur aufmerksam zu machen. Am Ende der Aktion konnten Interessierte über ihr „Lieblingsobjekt“ abstimmen.

„Die Uhlandschule ist ein neues, gut proportioniertes und qualitätsvolles Gesamtensemble und aus der spannungsvollen Anordnung der Baukörper um einen geschützten Freiraum herum entstanden. Unter Beibehaltung des Baumbestandes und im Vis-à-Vis des denkmalgeschützten Altbaus stellt sich der Gebäudekomplex entzerrt und vernetzt zugleich dar und bietet viele Nutzungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten aufgrund der sehr differenzierten Außenräume“, urteilte die Jury. Dies ist das Ergebnis der Erweiterung des Grund- und Werkrealschulbereichs zur Ganztagesschule. Die optionale Integration einer Kindertagesstätte in das architektonische Gesamtkonzept sollte planerisch berücksichtigt werden. Zentrales Entwurfsthema war zudem die Vernetzung der einzelnen Ganztagesbereiche untereinander und mit dem denkmalgeschützten ehrwürdigen Altbau, den Außenanlagen und der angrenzenden Quartiersumgebung sowie die damit einhergehende Schaffung einer neuen geschützten Mitte im Gesamtensemble.

All diese Punkte wurden hervorragend im Entwurf umgesetzt. Somit ist die Uhlandschule ein weiteres Beispiel für besondere Architektur in Mannheim, die es zu entdecken gilt.

Die Jonakirche, die im Jahr 2011 ihren 50. Geburtstag feierte, beeindruckte die Jury ebenfalls auf besondere Weise. „Das Besondere am Innenraum der Jonakirche ist die subtile Gestaltung der Wegführung vom Eingang zum Altar, die zeltartige Geometrie und Proportion des Kirchenraums und schließlich der dramaturgische Umgang mit dem Tageslicht. Diese drei Themen finden sich in jeder Kirche, werden aber in der Jonakirche auf äußerst virtuose und spannungsvolle Weise auf kleinem Raum inszeniert. Es entsteht im Ergebnis ein intimer Kirchenraum mit gleichzeitig großer Intensität. Die Baukonstruktion aus Sichtbeton stärkt den archaischen Charakter des vielgestaltigen Raums. Von der Kirchengemeinde wird sie auch nach einem halben Jahrhundert als Heimat erlebt“, so die Jury.

Im Rahmen des Baukulturpreises des Baukompetenzzentrums der Stadt Mannheim wird auf solch außergewöhnliche Baukunst aufmerksam gemacht. Für jede Sehstation hat die Jury einen Begleittext geschrieben, der verdeutlichen soll, warum gerade diese Bauten besonders gelungen sind. Der Text wird auf der Sitzfläche des jeweiligen roten Betonwürfels zu lesen sein. Ebenso ist ein QR-Code geschaltet, mit dem per Handy direkt auf die städtische Website geleitet wird, um weitere Informationen zu dem Projekt zu erhalten.

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