Bildung & Wissenschaft - 20.11.2015

Ausstellung würdigt Opfer rechter Gewalt

Die Schülerinnen und Schüler der Eberhard-Gothein-Schule setzen ein deutliches Zeichen für Toleranz und Vielfalt. Die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verpflichte, machte auch Schulleiter Peter Sauter bei Eröffnung der Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt in Deutschland“ in der schuleigenen Aula deutlich. Noch bis zum 4. Dezember das Projekt der Künstlerin Rebecca Forner und des Potsdamer Vereins Opferperspektive e.V. in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung dort zu sehen. Portraitiert werden Menschen, die zwischen 1990 und 2011 durch rechtsmotivierte Gewalttaten zu Tode kamen.

„Euer Engagement macht mir Mut“, begrüßte Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb die Schülerinnen und Schüler, „und Mut ist in dieser schweren Zeit dringend nötig.“ Die Anschläge in Frankreich, rechtsradikale Übergriffe auf Flüchtlinge und Andersdenkende, Journalisten oder Bürgermeister zeigten deutlich, dass sich die rechtsextreme Ideologie durch Angst Platz zu greifen versucht. „Es gilt, aus der Mitte der Gesellschaft heraus rechtsextremen Tendenzen entgegenzutreten“, so die Bürgermeisterin entschlossen. „Wir können als Stadtgesellschaft Mannheim ein klares Statement für Verständigung, Toleranz und Offenheit setzen: Mannheim ist vielfältig. Die gemeinsame Gestaltung unserer Stadt und des Zusammenlebens ihrer Bürgerinnen und Bürger ist unsere historische Verantwortung und unser Selbstverständnis.“

Die Wanderausstellung rege an, die „Taten neu zu entdecken und neu zu diskutieren“, ist Schulleiter Sauter überzeugt. „Ich freue mich sehr, dass wir durch eine Ausschreibung der Stadt die Fördergelder erhalten haben, um mit Mitteln des Aktionsfonds zur Umsetzung der Mannheimer Erklärung dieses Projekt zu ermöglichen.“ Schülermentoren werden nicht nur durch die Ausstellung führen, sie erarbeiteten auch ein pädagogisches Konzept, das den Besucherinnen und Besuchern geführt zu einer intensiven Auseinandersetzung die 169 Todesopfer „Ihr übernehmt heute im Rahmen Eurer Ausstellung Verantwortung“, fügte Dr. Freundlieb an, „auch wir als Stadtverwaltung haben ein dauerhaftes Bündnis für Toleranz, Respekt und Vielfalt etabliert.“

Neben der Möglichkeit eines terminlich abgesprochenen begleiteten Besuches für Schul-klassen während des Ausstellungszeitraumes ist die Ausstellung zu folgenden Terminen auch öffentlich zugänglich:

Montag, 23. und 30. November,  jeweils von 13 bis 16 Uhr,

Donnerstag, 26. November und 3. Dezember, jeweils von 13 bis 16 Uhr

in der Aula der Eberhard-Gothein-Schule, U2, 2-4.