International - 26.01.2021

Ausstellung „Gegen das Vergessen“ in Paris

Der 27. Januar 2021 ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Aus diesem Anlass ist derzeit in Paris, am Hauptsitz der UNESCO, der Organisation der Ver-einten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ des Mannheimer Künstlers Luigi Toscano zu sehen. Die Ausstellungseröffnung fand im Rah-men einer hochrangig besetzten virtuellen Veranstaltung statt. Neben dem Künstler selbst kamen unter anderem Bundesaußenminister Heiko Maas, die Generaldirektorin der UNESCO, Audrey Azoulay, der Präsident des Jüdischen Weltkongress, Ronald Lauder, und Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz zu Wort.

Luigi Toscano portraitierte in den letzten rund fünf Jahren mehr als 400 Holocaustüberlebende und Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in den USA, Deutschland, der Ukraine, Russland, Israel, Belarus, Österreich und den Niederlanden. 200 dieser Portraits sind derzeit in den Räumen des UNESCO Hauptquartiers in Paris und im Außenbereich des Gebäudes zu sehen.

„In vielen Ländern - auch in Deutschland - erleben wir den Aufstieg rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien sowie das Erstarken anti-demokratischer, anti-liberaler und anti-europäischer Kräfte. Unsere Vergangenheit und diese Entwicklungen zeigen uns, wie fragil unsere Demokratien sind und wie sie jeden Tag aufs Neue verteidigt werden müssen“, so der Oberbürgermeister in seiner Ansprache. Luigi Toscano, so Dr. Kurz weiter, habe mit seiner Ausstellung „Gegen das Vergessen“ ein Bollwerk gegen das Ignorieren und die Verharmlo-sung des Holocaust geschaffen. „Ich danke Luigi Toscano, der ein wahrer Botschafter unserer Stadt ist, für sein langjähriges Engagement für eine gelebte Erinnerungskultur.“

Die Ausstellung wird unter anderem durch die Bundesrepublik Deutschland, die Französische Republik, die Republik Österreich und die Europäische Union unterstützt. In seiner Rede wür-digte der deutsche Außenminister Heiko Maas das Ausstellungskonzept: Die Gesichter der Holocaustüberlebenden sehen uns an. „Gegen das Vergessen“ erinnere uns daran, dass wir die Geschichte niemals begraben dürften, so der deutsche Außenminister. Eamon Gilmore, der EU-Sonderbeauftragten für Menschenrechte, machte deutlich, dass Antisemitismus nach wie vor eine weltweite Bedrohung ist, die durch die Verschwörungstheorien im Zusammen-hang mit der Corona-Pandemie zusätzlichen Auftrieb erfahren hat. Er kündigte vor diesem Hintergrund an, dass die Europäische Kommission in diesem Jahr eine umfassende Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus vorlegen werde. Luigi Toscano zitierte Suzanne, eine Holocaustüberlebende aus North-Caroline, die er zu Beginn seines Projektes traf: „Luigi, wenn wir die Vergangenheit vergessen, sind wir dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Februar 2021 zu sehen. Die virtuelle Ausstellungseröff-nung ist im Internet abrufbar: https://aboutholocaust.org/lestweforget

 

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