Kinder, Jugend, Familie - 23.11.2018

Ausbau der Kinderbetreuung schreitet voran

Jugendhilfeausschuss beschließt Ausweitung der Kindertagespflege sowie weiteren Ausbau von Kitas    

Der Bedarf an Betreuungsplätzen im vorschulischen Bereich steigt zunehmend. Daher investiert die Stadt Mannheim intensiv in den Ausbau seiner Kita-Plätze. Bereits in den Etatberatungen hatte der Gemeinderat Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro für den Erhalt der bestehenden Plätze und die Neuschaffung von 21 Krippen- und 27,5 Kindergartengruppen (Kiga) mit insgesamt 210 Krippen- und 550 Kindergartenplätzen in Ganztagesbetreuung bis zum Jahr 2021 bewilligt.

„Mit dem Gesamtkonzept zur Ausbauplanung für Kindertagesstätten sollen für möglichst viele Eltern adäquate Betreuungsangebote bereitgestellt und somit ein ausgeglichenes Tagesbetreuungsangebot über das gesamte Stadtgebiet sichergestellt werden“, erläutert Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb. Die Ausbauplanung in den einzelnen Stadtteilen folgt dabei einer Priorisierung nach den jeweiligen Bedarfen. Dabei gelte es, sorgfältig zwischen den Faktoren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit sowie Entwicklung der Konversionsflächen und Neubaugebiete abzuwägen. Die Ausbauplanung für die Jahre 2018-2021 (https://www.mannheim.de/de/nachrichten/mehr-betreuungsplaetze-fuer-kinder) beruht auf Abstimmungsgesprächen mit den Trägern, der Gemeinderat stimmte ihr am 24. Juli zu.

Die drängende Nachfrage nach Betreuungsplätzen hat dazu geführt, dass neben diesem verstärkten Ausbau von Kita-Plätzen nun auch weitere kreative, schnell umsetzbare und am individuellen Bedarf orientierte Lösungen gesucht wurden, die jetzt umgesetzt werden sollen.

In seiner gestrigen Sitzung beschäftigte sich der Jugendhilfeausschuss daher mit weiteren neun Vorlagen mit einem Investitionsvolumen von insgesamt knapp vier Millionen Euro, die den Ausbau der Kinderbetreuung zum Inhalt hatten.

Zum einen soll die Kindertagespflege bis zum Jahr 2021 zunächst um 140 Plätze erweitert werden und ihr Anteil an Betreuungsangeboten für unter dreijährige Kinder sukzessive von derzeit zirka 25 auf künftig 30 Prozent erhöht werden.

Im Kindergartenbereich befasste sich der Ausschuss zum einen mit der Einrichtung  naturnaher Kindergärten:

  • Im Stadtteil Hochstätt soll zur Deckung des Bedarfs schnellstmöglich eine Übergangslösung realisiert werden: ein eingruppiger Naturkindergarten in städtischer Trägerschaft gemäß Vorgaben des Landesjugendamtes (KVJS) für 20 Kinder ab drei Jahren mit verlängerten Öffnungszeiten bis 14 Uhr. Der Kindergarten setzt einen fachlichen Schwerpunkt auf Naturerfahrung: Die Kinder sollen mit allen Sinnen ihre Umgebung erfahren können und vielfältige Möglichkeiten zum Spielen, Entdecken und Lernen im Feien haben. Derzeit wird nach einem geeigneten Standort gesucht. Die Stadt Mannheim erweitert damit ihr pädagogisches Angebot. Die geplante Errichtung des Kinderhauses bleibt davon unberührt. Eine Vorlage zur investiven Förderung naturnaher Kindergärten freier Träger wurde zur Entscheidung an den Gemeinderat verwiesen.  

Weitere Vorlagen, denen der Ausschuss zustimmte, hatten zum anderen den Ausbau der klassischen Betreuung in Kitas gemäß Ausbauplanung zum Inhalt:

  • Der Träger „kinderland.net“ beabsichtigt die Anmietung der Räume der bisherigen evangelischen Kita in der Rheinhäuser Straße, Schwetzingerstadt. Die Räume werden vom Träger saniert und für die Betreuung von 20 Kindergartenkindern in einer eingruppigen Einrichtung umgebaut. Diese Möglichkeit ergab sich kurzfristig, so dass sie nicht in der Ausbauplanung enthalten ist. Hierfür erhält der Träger gemäß Richtlinien eine Förderung von maximal 70 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 588.000 Euro.    
  • Der gleiche Träger plant die Einrichtung eines viergruppigen Kindergartens auf dem städtischen Grundstück Ecke Landteil-/Waldparkstraße in Lindenhof. Dieser soll 2020/21 in Betrieb gehen. Der Träger wird dafür eine pauschale Förderung in Höhe von 1,4 Millionen Euro erhalten.    
  • Die Fachverwaltung hat zudem intensiv nach weiteren Lösungen gesucht, um kurzfristig die Betreuungssituation im Lindenhof zu verbessern - mit Erfolg: Ein Investor wird nun ein ehemaliges Altenheim in der Rheinauer Straße 17-19 sanieren und dort eine Kita mit 50 Plätzen mit zwei Kindergarten- und einer Krippegruppe in Ganztagesform errichten, die 2019/20 in Trägerschaft von „Nestwärme Mannheim“ Betrieb gehen soll. Die Maßnahme geht über die beschlossene Ausbauplanung hinaus, der Investor erhält eine Förderung von insgesamt einer Million Euro.    
  • Auf dem Benjamin-Franklin-Areal soll eine  Tageseinrichtung mit 50 Plätzen in Trägerschaft von „AcadeMedia“ entstehen. Ein Träger errichtet dazu einen Wohnkomplex in der Thomas-Jefferson-Straße, in den eine Kita mit einer Ganztageskrippe- und zwei Ganztageskindergartengruppen integriert ist. Der Investor erhält hierfür gemäß Richtlinie eine Förderung von insgesamt einer Million Euro.

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