Politik & Verwaltung - 26.06.2020

Alt-OB Gerhard Widder wird 80

Gerhard Widder, von 1983 bis 2007 Mannheimer Oberbürgermeister, wird heute, 26. Juni 2020, 80 Jahre alt. Mit 24 Jahren hatte er die längste Amtszeit als Oberbürgermeister in der Geschichte Mannheims. „Mit Pragmatismus, Hartnäckigkeit und seinem Anspruch ‚Oberbürgermeister aller Mannheimer‘ zu sein, hat Gerhard Widder den Strukturwandel in Mannheim sehr erfolgreich vorangetrieben“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. „Ihm war – wie etwa bei Alcatel-SEL AG, Hertie, BBC oder ABB – der Erhalt von Unternehmensstandorten und Arbeitsplätzen eine Herzensangelegenheit. Darüber hinaus hat er den Wandel Mannheims von einem Produktions- zu einem Dienstleistungsstandort maßgeblich gestaltet. Dies war eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Für seine engagierte, von hohem sozialem Verantwortungsbewusstsein geprägte Arbeit für Mannheim und die gesamte Region verdient Gerhard Widder großen Dank.“

Der gebürtige Neckarstädter absolvierte nach der mittleren Reife zunächst eine Lehre als Starkstromelektriker und studierte anschließend an der Ingenieurschule. Eine Zusatzausbildung für den Schuldienst befähigte ihn, Berufsschullehrer für die Fächer Radio- und Fernsehtechnik sowie Messtechnik an der Werner-von-Siemens-Schule zu werden, wo er zum Studienrat und später zum Oberstudienrat ernannt wurde.

1957 trat Widder in die SPD ein. Ab 1968 war er im Vorstand des SPD-Ortsvereins Vogelstang und übernahm später dessen Vorsitz. Nach einer dreijährigen Mitgliedschaft im Bezirksbeirat Vogelstang wurde er 1975 in den Gemeinderat gewählt. 1980 übernahm er den Fraktionsvorsitz. Nach dem plötzlichen Tod von Wilhelm Varnholt wurde er 1983 mit 58,4 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang zum Oberbürgermeister gewählt und 1991 sowie 1999 im Amt bestätigt. 2007 konnte er aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Zwischen 1989 und 1995 war Widder Vorsitzender des Städtetags Baden-Württemberg und von 1996 bis 2007 Vorsitzender im Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

Die Amtszeit des dreifachen Vaters war von der Verlegung des Maimarkts ins Mühlfeld, vom Neubau der Reiss-Engelhorn-Museen, von der Erweiterung des Rosengartens und vom Bau des Stadthauses N 1, des Carl-Benz-Stadions, des Fahrlach-Tunnels sowie der SAP Arena geprägt. Des Weiteren hat er sich dafür engagiert, dass die Synagoge in F 3 und die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee im Jungbusch errichtet wurden. 2008 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

 

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