Politik & Verwaltung - 14.05.2014

99 Stolpersteine gegen das Vergessen

An der diesjährigen Verlegung der Stolpersteine haben unter anderem vier Schulen eine Patenschaft dafür übernommen – 99 Steine sind mittlerweile in Mannheim verlegt. „Die Stolpersteine sind ein wichtiges Instrument, um die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus lebendig zu halten. Besonders die Einzelschicksale machen die Geschichte wahrnehmbar“, betont Bürgermeisterin Felicitas Kubala die Bedeutung der Stolpersteine bei der offiziellen Gedenkfeier im TiG7.

Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt - Das internationale Projekt erinnert damit an Opfer des Nazi-Regimes zwischen 1933 und 1945. „Man soll nicht wörtlich mit den Füßen stolpern, sondern einmal mit dem Kopf und einmal mit dem Herzen“, erklärt der Künstler seine Intention. In Mannheim erfolgte die erste Verlegung 2007 und seitdem wurde die Zahl immer wieder ergänzt durch Unterstützung des Arbeitskreises Stolpersteine für Mannheim.

Paten übernehmen die Kosten für die Verlegung, so beispielsweise die Geschwister-Scholl-Schule für den Stolperstein für Salomon Zacharias, der vor dem Apollo-Theater in G 6, 3 verlegt wurde. Das Apollo-Theater, unter der Leitung von dem Juden Salomon Zacharias, wurde 1934 arisiert und ein Jahr später abgerissen. Zacharias verlor dadurch seine Lebensexistenz. „Erlebbare und nachvollziehbare Geschichte in der Schule ist besonders wichtig. Ihr habt euren Teil dazu beigetragen, indem ihr euch mit der Geschichte Salomons intensiv beschäftigt und die Patenschaft für seinen Stolperstein übernommen habt“, dankt Kubala den Schülern.