Bildung & Wissenschaft - 13.03.2014

50 Jahre IDS

„Die wissenschaftliche Orientierung vor Ort entwickelt eine Stadt“ erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und gratulierte beim Festakt im Rittersaal dem Institut für Deutsche Sprache (IDS) zum 50-jährigen Bestehen. Mannheim sei dafür der richtige Standort, meinte er mit Blick auf die Geschichte Immerhin gründete hier  Kurfürst Carl Theodor bereits 1775  die „kurfürstliche Deutsche Gesellschaft“ zur Förderung deutschsprachiger Literatur.

„Naturwissenschaftler haben weltweit die Auswahl, aber es gibt nur ein Institut der deutschen Sprache, an das sich Germanisten aus aller Welt wenden können“, und das sitze in Mannheim, verdeutlichte IDS-Direktor Ludwig M. Eichinger die Bedeutung der Einrichtung, als dem Institut vor vier Jahren „für die Verdienste um die deutsche Sprache“ der Dudenpreis der Stadt Mannheim verliehen wurde – erstmals in der über 50-jährigen Geschichte nicht an eine Einzelperson, sondern an eine Körperschaft. Nicht nur deshalb sei die Verbindung zur Stadt sehr gut, betonte Eichinger beim Festakt. „Immerhin ist Mannheim auch in unserem Stiftungsrat vertreten.“ Er hob auch die Unterstützung im Rahmen der Jahrestagung sowie bei der Verleihung des Dudenpreises hervor. Kurz gab dieses Lob zurück: „Die Expertisen des IDS genießen hohes Ansehen.“

Das betonte auch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Gemeinsam mit starken Partnern, den Universitäten in Mannheim und Heidelberg, wurde hier eine starke Säule aufgebaut.“ Und natürlich mit der Stadt Mannheim. Diese Zusammenarbeit soll künftig sogar noch ausgebaut werden, sagte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. „Ein ‚Haus der deutschen Sprache‘ wäre eine weitere starke Akzentuierung und eine Bereicherung für die Stadtentwicklung“, sagte er. „Eine Idee für den Standort hätten wir schon“, so Kurz. Er hofft nun auf die Unterstützung des Projektes durch Bund und Land.

Dafür warb auch Festrednerin Professor Dr. Jutta Limbach als ehemalige Präsidentin des Goethe-Instituts und Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts. „Ein Haus der deutschen Sprache kann durch seine Themenwahl Vorurteilen und Verkrampftheit begegnen.“ Schließich seien Sprachforscher weder Nationalisten noch Rassisten. Im Gegenteil. Das Haus werde keine „linguistische Kammerjägerei“ auf Anglizismen betreiben. Im Gegenteil: „Die Erforschung eingewanderter und ausgewanderter Worte kann viel Spaß bereiten.“ Außerdem könne in einem solchen Haus auch der Brückenschlag zwischen Sprache und Geschichte gelingen.

Dann hatte Ministerin Bauer zum Jubiläum noch eine Überraschung mitgebracht. Die Verdienste von Ludwig Eichinger, der das Institut seit 2002 leitet, seien schließlich bis in die höchsten Kreise vorgedrungen. „Deshalb freue ich mich, ihnen für die Verdienste um die deutsche Sprache im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz am Band überreichen zu dürfen“, sagte sie außerhalb Protokolls und überraschte damit nicht nur die Festgäste, sondern auch den ausgezeichneten Institutsleiter. „Ich finde, für diese Auszeichnung ist dieser Rahmen angemessen“, sagte die Wissenschaftsministerin vor den geladenen Linguisten im Mannheimer Schloss.