Politik & Verwaltung - 09.08.2019

4. Regenbogenempfang der Stadt Mannheim

Der Regenbogenempfang gehört zu unserer Stadt“. Mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz die rund 200 Gäste beim diesjährigen Empfang der Stadt im Vorfeld der Christopher Street Day-Parade. Der Oberbürgermeister betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es sei, das Vielfältige und Gemeinschaftliche, für das Mannheim stehe, zu bewahren. Er verwies auf das Jubiläum des Widerstands gegen staatliche Gewalt und Polizeiwillkür im Rahmen der Razzia im Stonewall Inn, einer Bar in der New Yorker Christopher Street, dem Auslöser der modernen, globalen LSBTI-Bürgerrechtsbewegung. Aber nicht nur dieses Jubiläum könne gefeiert werden, denn 1969 sei auch der Paragraph 175 entschärft und schließlich, 25 Jahre später, sei der „Schwulenparagraf“ endgültig abgeschafft worden. „Das Motto des CSD Rhein-Neckar 2019 „Zusammenhalt wirkt. 50 Jahre Stonewall“ ist ein wichtiges Statement in Zeiten, in denen die Gesellschaft sich spaltet und immer größere Differenzen entstehen. Deshalb ist die Art, wie wir Diskussionen führen, entscheidend. Es tut nicht gut, wenn wir „die Anderen“ sofort in „Gut und Böse“ oder in ein „Freund und Feind-Schema“ einordnen. Wir dürfen uns nicht in diese Muster begeben“, mahnte der Oberbürgermeister.

Er zitierte aus dem Leitbild der Stadt Mannheim, in dem Chancengleichheit und aktive Teilhabe aller Menschen als Grundwert und strategisches Ziel der Stadt festgelegt seien. Dies gelte selbstverständlich auch für LSBTI. Mit dem Regebogenempfang wolle sich die Stadt Mannheim bei allen Menschen bedanken, die sich stetig für ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt und Chancengleichheit von LSBTI in der Stadt engagieren und helfen, die Vision des Leitbildes in die Tat umzusetzen. Mit Blick auf die Anwesenheit der Polizei beim Fest auf dem Schlosshof im Rahmen des Christopher Street Day betonte der OB: „Das steht für einen Wertewandel in den letzten 25 Jahren seit Abschaffung des Paragraphen 175 - weg von der Bekämpfung der Homosexualität hin zur Bekämpfung der Homophobie“.

Als Festrednerin erinnerte Sanni Est, brasilianische Multimedia-Künstlerin, DJ, Performerin, Musikerin, Schauspielerin und trans*feministische Aktivistin, an Marsha P. Johnson, die 1969 den ersten Stein gegen Homophobie in der Christopher Street geworfen habe. Sie warnte in ihrer Rede davor, dass homophobe Muster ein globales Phänomen seien. „Es ist schwer, eine eigene Identität zu entwickeln, wenn man sich ständig verteidigen muss“, erklärte Est.

Für die musikalische Umrahmung sorgte LEOPOLD. Friderike Leitl und Bakus Mejri führten durch das Programm.   

 

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