Kreativwirtschaften

Mannheim ist ein hervorragendes Pflaster für kreativ arbeitende Menschen. Nun haben sich der Förderung der Kreativwirtschaft neuerdings viele Kommunen verschrieben und würden ähnliches von sich behaupten. Ein gewaltiger Mannheimer Vorteil: enorm viel Erfahrung! Mit der Ansiedlung der Popakademie Baden-Württemberg und des Existenzgründungszentrums Musikpark sowie der Schaffung der Stelle des Beauftragten für Musik und Popkultur hat Mannheim bereits zur Jahrtausendwende auf konkrete, branchenspezifische Kreativwirtschaftsförderung gesetzt und eine bundesweit einmalige Förderstruktur etabliert, die im Jahr 2010 um eine weitere Säule – das vierköpfige Clustermanagement Musikwirtschaft – erweitert wurde.

Aufbauend auf dieser Erfahrung konnte und kann sich Mannheim gezielt weiteren regionalen Schlüsselbranchen und Handlungsfeldern zuwenden. So ist die FilmCommission der Metropolregion Rhein-Neckar ein weiteres Beispiel, wie der sinnvolle aber in vielerlei Hinsicht abstrakte Begriff Kreativwirtschaft in Mannheim mit konkreten Förderinhalten und Leben gefüllt wird.

Derzeit befinden sich zwei neue Kreativwirtschafts-Zentren in der Planung. Das eine – das „Alte Volksbad“ im Stadtteil Neckarstadt-West – orientiert sich gezielt an den vorhandenen Strukturen und dem kreativwirtschaftlichen Bedarf des Stadtteils. Das andere – Arbeitstitel derzeit noch „Kreativwirtschaftszentrum Jungbusch“ – wird an die in direkter Nachbarschaft befindlichen Institutionen Popakademie und Musikpark anschließen und dem wohl bekanntesten Mannheimer Stadtteil, dem ehemaligen Hafenviertel Jungbusch, nochmals neue Entwicklungschancen eröffnen. Vor allem, indem es sich inhaltlich auf die Bereiche Design, Werbung und Mode konzentrieren wird. Allesamt Themen, die in Mannheim von besonderer Bedeutung sind. Diese Bedeutung leitet sich u.a. her durch die hervorragende Arbeit der Hochschule Mannheim und der dortigen Fakultät für Gestaltung. Seit Jahren beschäftigt man sich dort insbesondere mit emotionalen Markenwelten und bildet so die Brücke von der Gestaltung zur Werbung aber eben auch zur Fotografie und der Musik. Und wo sich Musikszene und Gestalter tummeln, ist das Thema Mode nicht weit. Insbesondere als überregional wichtigster Einzelhandelsstandort der Metropolregion hat sich Mannheim in der Modewelt etabliert aber auch die Tatsache, dass gleichermaßen international anerkannte Labels und kleine, feine Designer Mannheim zu ihrer Heimat gemacht haben spricht für das sich gegenseitig befruchtende Klima der sich im ständigen Aufbruch befindlichen kreativen Stadt.

Der beim Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung angesiedelte „Beauftragte für Kultur- und Kreativwirtschaften“ (der Plural ist in voller Absicht gewählt und zielt auf die unterschiedlichen Mechanismen innerhalb der einzelnen Teilbranchen) ist als Koordinierungsstelle innerhalb der Stadtverwaltung angelegt und sorgt sowohl innerhalb der Verwaltung als auch außerhalb für Vernetzung und gezielte gemeinsame Arbeit. Die Kreativwirtschaften zeichnen sich in erster Linie durch ihre Heterogenität aus. Unzählige Akteure - teilweise Einzelkämpfer, teilweise große Agenturen - haben unterschiedliche Anforderungen an Förderung. Ihnen allen gemein ist aber zum Beispiel, dass der beste Nährboden für Kreativwirtschaften ein anregendes und lebendiges urbanes Umfeld ist. Dementsprechend sind Aspekte der Stadtentwicklung genauso involviert, wie Genehmigungsfragen und Marketingaufgaben. Aber auch und gerade die Schnittstelle zur Kulturförderung ist von zentraler Bedeutung. Mit dem Beauftragten für Musik und Popkultur sowie der FilmCommission Rhein-Neckar sind zwei konkrete Ansprechpartner für Kreative beim Mannheimer Kulturamt angesiedelt. In der Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung entsteht eine Förderkulisse, die sich nicht im „entweder kulturellen oder wirtschaftlichen“ Arbeiten erschöpft, sondern die individuell nach passgenauen Möglichkeiten suchen kann. So ist das Zuschussprogramm KREATECH der Wirtschaftsförderung für Unternehmen der kreativen Branchen ein genauso wichtiger Baustein wie die Projektmittelförderung des Mannheimer Kulturamtes. In der Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltungsstrukturen liegt also ein weiterer großer Vorteil des Mannheimer Förderansatzes.

Darüberhinaus umfasst das kommunale Förderspektrum  unterschiedliche Formate wie der järhrlich durchgeführte Fachkongress „Forum kreative Stadt“, der sich gezielt auf internationalem Niveau mit den Möglichkeiten kommunaler Förderung auseinandersetzt, Branchenmeetings oder Kooperationen mit Szeneakteuren wie dem „Designer-Salon“, frei zugängliche Workshops- und Weiterbildungsangebote beispielsweise beim alljährlichen Jetztmusikfestival bis hin zur eng vernetzten Arbeit des Existentgründerverbundes „Start im Quadrat“, dem neben diversen bereits genannten Institutionen u.a. das Deutsch-Türkische-Wirtschaftszentrum, das Mafinex-Technologiezentrum oder auch das Gründerinnenzentrum GiG7 angehören. Alles gestützt von einer mehr als lebendigen Kulturlandschaft, die sich auf unzähligen Veranstaltungen über das ganze Jahr präsentiert, kann die Stadt Mannheim mit Fug und Recht behaupten wirklich voll auf die Kreativwirtschaft zu zählen!

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