Wer in Quarantäne muss

Erläuterungen zur behördlich angeordneten Quarantäne

Zur Vereinfachung und Beschleunigung der Prozesse hat das Land Baden-Württemberg die Rechtsgrundlagen zur behördlich angeordneten Quarantäne* geschaffen.

Betroffene werden so schnell wie möglich vom Gesundheitsamt informiert und über die Modalitäten der Quarantäne wie Verhaltensregeln und Dauer aufgeklärt. Das Gesundheitsamt nimmt Kontakt zu allen positiv getesteten Fällen auf, sobald ihm der Laborbefund vorliegt.

Gemäß Robert Koch-Institut (RKI) wird eine Quarantäne grundsätzlich dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko für eine Ansteckung mit dem neuen Corona-Virus besteht. Dies ist der Fall,

  • wenn eine Person positiv getestet wurde.
  • wenn innerhalb der letzten zwei Wochen enger Kontakt zu einer oder einem Infizierten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose bestand.
  • wenn innerhalb der letzten 14 Tage ein Aufenthalt in einem Risikogebiet stattgefunden hat.

Auch in anderen Fällen kann das Gesundheitsamt eine Quarantäne anordnen.

Dauer der Quarantäne

Bei positiv getesteten Personen beginnt die Quarantäne mit dem positiven Testergebnis. Bei positiv getesteten Personen ohne Symptome endet die Quarantäne 10 Tage nach dem Test. Bei positiv getesteten Personen mit symptomatischem Krankheitsverlauf endet sie 10 Tage nach Symptombeginn und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.

Wer Krankheitszeichen bemerkt, die auf eine Ansteckung mit dem Corona-Virus hindeuten – wie Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs- beziehungsweise Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeine Schwäche – und für den das Gesundheitsamt oder eine befugte Ärztin beziehungsweise ein befugter Arzt einen Corona-Test veranlasst hat, muss sich bis zum Vorliegen des Befundes zu Hause isolieren.

Für Haushaltsangehörige von positiv getesteten Personen beginnt die Quarantäne unverzüglich, nachdem sie von dem positiven Test der im Haushalt lebenden Person erfahren haben. Die Quarantäne endet frühestens 10 Tage nach der Testung oder nach dem Symptombeginn der positiv getesteten Person.

Personen, die mindestens 15 Minuten bei einem Abstand von unter 1,5 Metern mit einer mit COVID-19 infizierten Person gesprochen haben beziehungsweise von dieser Person angehustet oder angeniest worden sind oder die sich über 30 Minuten in einem Raum mit hoher Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten haben, gelten als Kontaktperson der Kategorie 1. Bei Kontaktpersonen der Kategorie 1 beginnt die Quarantäne unverzüglich, nachdem sie darüber informiert wurden, dass sie Kontaktperson der Kategorie 1 sind und dauert unabhängig vom Testergebnis beziehungsweise von den Testergebnissen mindestens 10 Tage. In dieser Zeit besteht das größte Risiko für den Ausbruch einer Infektion. In Einzelfällen kann das Gesundheitsamt eine andere Dauer anordnen. Kontaktpersonen der Kategorie 1 sollten während ihrer Quarantäne ein Symptomtagebuch führen. Eine Vorlage dafür findet sich unter www.rki.de.

Schülerinnen und Schüler, die ausschließlich im Schulkontext mit einer positiv getesteten Schülerin oder einem positiv getesteten Schüler aus der eigenen Schulklasse oder Kursstufe Kontakt hatten, können als Kontaktpersonen der Kategorie Cluster-Schüler gelten. Kontaktpersonen der Kategorie Cluster-Schüler müssen sich unverzüglich, nachdem es ihnen vom Gesundheitsamt oder von einer vom Gesundheitsamt damit beauftragten Person – wie zum Beispiel der Schulleiterin oder dem Schulleiter – mitgeteilt wurde, in Quarantäne begeben. Für diese Kontaktpersonen endet die Quarantäne 10 Tage nach dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person. Ab dem 5. Tag kann sie durch einen frühestens an diesem Tag vorgenommenen Test mit negativem Ergebnis beendet werden.

Bei Rückkehrenden aus Risikogebieten sind die besonderen Hinweise der Corona-Verordnung Einreise-Quarantäne und Testung (CoronaVO EQT) zu beachten.

 

Kontaktpersonen der Kategorie 2

Wer beispielsweise nur im gleichen Raum mit einer positiv getesteten Person war und keinen engen Kontakt hatte, wird als Kontaktperson der Kategorie 2 gewertet und es wird in der Regel keine Quarantäne angeordnet, da ein geringeres Ansteckungsrisiko besteht. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet (Krankenhaus, Altenpflege etc.), sollte aber in jedem Fall seinen Arbeitgeber informieren. Für alle gilt, dass sie eine tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen vornehmen sollten. Bei Auftreten von Krankheitszeichen sollte dringend eine Testung erfolgen.

 

Kontaktperson einer Kontaktperson

Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Fall hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat kein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem neuen Corona-Virus und kann auch niemanden anstecken. Man ist „nur“ Kontaktperson einer Kontaktperson.

Die grundsätzlichen Regelungen können jeweils durch die Mitarbeitenden des Gesundheitsamts überprüft und individuell angepasst werden. Zudem gibt es Ausnahmeregelungen, beispielsweise bei medizinischem Personal. Hier bedarf es individueller Rücksprachen mit dem Gesundheitsamt.

 

Verstöße gegen Quarantäneanordnung

Verstöße gegen die behördlich angeordnete Quarantäne können mit einem Bußgeld bestraft werden.

Ausführliche Informationen gibt es unter www.rki.de sowie unter www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/uebersicht-corona-verordnungen/coronavo-absonderung.

 

*In diesem Text wird nicht zwischen Quarantäne und Isolation unterschieden.