Allgemeinverfügung Schule Quarantäne

Allgemeinverfügung Schule Quarantäne der Stadt Mannheim vom 23.10.2020

Allgemeinverfügung vom 23.10.2020

 

Quarantäneanordnungen für Schülerinnen und Schüler per Allgemeinverfügung

In den vergangenen Wochen sind an mehreren Schulen in Mannheim Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Sobald das Gesundheitsamt über einen positiven Fall an einer Schule / in einer Klasse informiert wurde, wurden in allen Fällen die engen Kontaktpersonen ermittelt, für diese eine 14-tägige Quarantäne ab dem letzten Kontakttag mit der infizierten Person angeordnet und ein Test veranlasst. Dieser erfolgt auch ohne Symptome. Andere Mitglieder des Haushaltes der engen Kontaktpersonen gelten selbst nicht als enge Kontaktpersonen, für sie gilt keine Quarantäne. Hierbei folgt das Gesundheitsamt den Vorgaben des RKI und des Landes.

Bislang wurde die Quarantäne für alle Kontaktpersonen individuell zunächst mündlich, anschließend auch noch zusätzlich schriftlich angeordnet. Zur Vereinfachung und Beschleunigung der Prozesse ordnet die Stadt Mannheim ab sofort in den Fällen, in denen ganze Schulklassen und Kurse in eine häusliche Quarantäne müssen, diese per Allgemeinverfügung (anstatt einer schriftlichen Einzelverfügung) an. Natürlich werden betroffene Schüler*innen weiterhin im Falle einer Quarantäne im Auftrag des Gesundheitsamtes sofort von Seiten der Schule informiert. In Zukunft entfallen durch die Allgemeinverfügung aber die Zustellungen der Quarantäneverfügung im Einzelfall für jede*n betroffene*n Schüler*in.
Die Stadtverwaltung erreicht so eine schnellere Information und Rechtssicherheit. Dies greift auch den Wunsch zahlreicher Eltern auf, die unter anderem eine rechtssichere Information als Grundlage der Information ihres Arbeitsgebers gewünscht hatten. Eine wichtige Information, da hiernach immer wieder gefragt wird: Ein negativer Befund im Corona-Abstrich verkürzt die Quarantäne als enge Kontaktperson nicht!

Aufgrund der Dynamik des Infektionsgeschehens wird die Allgemeinverfügung stets um die Klassen ergänzt, die neu in Quarantäne kommen oder gekommen sind. Neue betroffene Schulen und deren Namen werden in der jeweils neuen Fassung der Allgemeinverfügung berücksichtigt. Sofern es sich nicht um geschlossene Klassenverbände, sondern um mehrere einzelne Gruppen von Schüler*innen handelt, für die Quarantäne angeordnet wird erscheinen diese jedoch nicht in der Allgemeinverfügung, sondern werden wie bisher vom Gesundheitsamt als Einzel-Anordnungen verfügt.

 

 

Wer in Quarantäne muss

Allgemeine Erläuterungen zu behördlich angeordneter Quarantäne

Bei derzeit steigenden Fallzahlen ordnet die Stadt Mannheim zunehmend häufiger behördlich eine Quarantäne an. Zur Vereinfachung und Beschleunigung der Prozesse ordnet sie diese nun per Allgemeinverfügung (AV) statt einer schriftlichen Einzelverfügung an. Die Allgemeinverfügung der Stadt findet sich hier: https://www.mannheim.de/sites/default/files/2020-10/AV-Quarantaene-26.10.2020korrigiert.pdf

Betroffene werden weiterhin so schnell wie möglich vom Gesundheitsamt informiert und über die Modalitäten der Quarantäne wie Verhaltensregeln und Dauer aufgeklärt. Das Gesundheitsamt nimmt Kontakt zu allen positiv getesteten Fällen auf, sobald ihm der Laborbefund vorliegt.

Gemäß Robert Koch-Institut (RKI) wird eine Quarantäne grundsätzlich dann behördlich angeordnet, wenn ein hohes Risiko für eine Ansteckung besteht. Dies ist der Fall,

  • wenn eine Person positiv getestet wurde
  • wenn innerhalb der letzten zwei Wochen enger Kontakt zu einer oder einem Infizierten mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose bestand.
  • wenn innerhalb der letzten 14 Tage ein Aufenthalt in einem Risikogebiet stattgefunden hat.

Ein enger Kontakt ist, wer mindestens 15 Minuten mit einer oder einem Infizierten gesprochen hat beziehungsweise angehustet oder angeniest worden ist, während diese oder dieser ansteckend gewesen ist. Solche Begegnungen werden als Kontakt der Kategorie 1 gewertet. Auch in anderen Fällen kann das Gesundheitsamt eine Quarantäne anordnen.

Dauer der Quarantäne

Positiv getestete Personen

Bei positiv getesteten Personen ohne Symptomen endet die Quarantäne 10 Tage nach dem Test. Bei positiv getesteten Personen mit symptomatischem Krankheitsverlauf endet sie 10 Tage nach Symptombeginn und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.

Verdachtsfälle

Wer Krankheitsanzeichen wie Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeine Schwäche bemerkt, die auf eine Ansteckung mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 hindeuten, und für den das Gesundheitsamt oder der Hausarzt eine Testung auf SARS-CoV-2 veranlasst hat,  muss sich gemäß AV bis zum Vorliegen des Befundes zu Hause isolieren.

Kontaktpersonen der Kategorie 1

Bei Kontaktpersonen der Kategorie 1 dauert die Quarantäne unabhängig vom Testergebnis beziehungsweise von den Testergebnissen mindestens 14 Tage, denn so lange kann die Inkubationszeit betragen. In Einzelfällen kann das Gesundheitsamt eine andere Dauer anordnen. Kontaktpersonen der Kategorie 1 sollten während ihrer Quarantäne ein Symptomtagebuch führen. Eine Vorlage dafür findet sich unter www.rki.de.

Reiserückkehrende: Bei Rückkehrenden aus Risikogebieten sind die besonderen Hinweise der Corona-Verordnung EQT (Einreise, Quarantäne und Testung) zu beachten.
Geringes Ansteckungsrisiko

Kontaktpersonen der Kategorie 2

Wer beispielsweise nur im gleichen Raum mit einer oder einem COVID-19-Erkrankten war und keinen engen Kontakt hatte, wird als Kontaktperson der Kategorie 2 gewertet und es wird in der Regel keine Quarantäne angeordnet, da ein geringeres Ansteckungsrisiko besteht. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet (Krankenhaus, Altenpflege etc.), sollte aber in jedem Fall seinen Arbeitgeber informieren. Und für alle gilt, dass sie eine tägliche Selbstkontrolle auf Krankheitszeichen vornehmen sollten. Bei Auftreten von Krankheitszeichen sollte dringend eine Testung erfolgen.

Schulen: Wenn Mund-Nasen-Schutz getragen wurde, muss nicht mehr ganze Klasse in Quarantäne

Bislang galt, dass wenn ein positiv getesteter Corona-Fall in einer Schule oder Kita aufgetreten ist, die betroffenen Klassen und Gruppen komplett einschließlich der Lehrkräfte bzw. Erzieher*innen in als Kontaktpersonen der Kategorie 1 in Quarantäne gingen.

Nun wird dieses Vorgehen nur noch in Kindergärten und Grundschulen praktiziert. Das liegt daran, dass für weiterführende Schulen ab Klasse 5 seit dem 16. Oktober die Maskenpflicht auch im Unterricht gilt. Nach Robert-Koch-Institut sind Personen, die sich mit Mund-Nasen-Schutz in regelmäßig gelüfteten Räumen gemeinsam mit einem Infizierten aufgehalten haben, jetzt als Kontaktpersonen der Kategorie 2 einzustufen und müssen deshalb nicht automatisch in Quarantäne und nicht zum Test.
 
Kontaktperson einer Kontaktperson

Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Fall hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und kann auch niemanden anstecken. Man ist "nur" Kontaktperson einer Kontaktperson.

Diese grundsätzlichen Regelungen können jeweils durch die Mitarbeitenden des Gesundheitsamts überprüft und individuell angepasst werden. Zudem gibt es Ausnahmeregelungen, beispielsweise bei medizinischem Personal. Auch hier bedarf es individueller Rücksprachen mit dem Gesundheitsamt.

Verstöße gegen Quarantäneanordnung

Verstöße gegen die behördlich angeordnete Quarantäne können mit einem Bußgeld bestraft werden. Die per Allgeneinverfügung angeordnete Quarantäne wird im Fall der Kontaktpersonen mündlich vom Gesundheitsamt oder von einer vom Gesundheitsamt damit beauftragten Person wie etwa einer Schulleiterin oder einem Schulleiter mitgeteilt. Die Quarantäne beginnt in diesen Fällen mit der mündlichen Anordnung. Im Fall der Positivtestung mit der Mitteilung des Testergebnisses und im Verdachtsfall aufgrund Symptomen mit der Anordnung eunes Tests durch das Gesundheitsamt  Bzw. der entsprechenden Emofehlung durch den Hausarzt.

Ausführliche Informationen gibt es unter www.rki.de.