- Fachbereich Arbeit und Soziales
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Kongress - Infomarkt - Kultur
2. und 3. Dezember 2010, Stadthaus N1
“Mannheim – die behindertenfreundliche Stadt“ - Kongress vom 2. bis 3.12. 2010
Viele positive Rückmeldungen gab es zum 1. Behindertenkongress vom 2. bis 3.12.2010 in Mannheim. Über 250 Teilnehmer diskutierten zwei Tage lang, wie die Erklärung von Barcelona und die Behindertenrechtskonvention wirksam in Mannheim umgesetzt werden können. Nach der Eröffnungsrede des Oberbürgermeisters Dr. Peter Kurz wurden drei umfassende Einführungsreferate gehalten:
Professor Dr. Reinhard Markowetz von der Katholischen Hochschule Freiburg führte anhand eines Folienvortrages in leichter Sprache in die Problematik der Behindertenrechtskonvention und die Notwendigkeit der Erstellung von Aktionsplänen zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderung ein.
Professor Dr. Klaus Sarimski von der PH Heidelberg zeigte in seinem Referat die Notwendigkeit der Inklusion bei der Frühförderung von Kindern mit Behinderung auf.
Klaus Candussivon atempo Graz, Österreich, erläuterte an vielen Beispielen, wie mit seinen Projekten und in seinen Einrichtungen Menschen mit Behinderungen erfolgreich in die Arbeitswelt integriert werden konnten.
In der daran anschließenden Bürgermeisterrunde stellten Erster Bürgermeister Christian Specht, Bürgermeister Lothar Quast, Bürgermeister Michael Grötsch sowie Bürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer dar, welche Schritte in ihren Fachressorts zu einer Weiterentwicklung der Behindertenpolitik unternommen wurden. Dabei wurde deutlich, dass es ein wichtiges Anliegen für die Stadtverwaltung ist, die Erklärungen auch wirksam umzusetzen.
Im weiteren Verlauf des Kongresses wurden in fünf Workshops Vorschläge erarbeitet und konkretisiert, die in einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in unserer Stadt münden sollen.
An über 40 Infoständen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch alle anderen interessierten Besucher und Gäste, umfassend über die Aktivitäten und Angebote der am Kongress beteiligten Verbände, Initiativen und Organisationen informieren.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit kulturellen Beiträgen der „HED-K-Rockers“ der Musikschule Mannheim, der „Trommel AG“ der Eugen-Neter-Schule sowie dem Abschlusskonzert von „Daniel Gallimore & Band“.
Ein Wermutstropfen jedoch fiel in die sonst so gelungene Veranstaltung. Zeitgleich mit dem Kongress wurde im Bundestag die Absenkung der Grundsicherung für Menschen mit Behinderung beschlossen. Einstimmig wurde daher auf dem Behindertenkongress nachfolgende Erklärung verabschiedet:
Erklärung des 1. Mannheimer Behindertenkongresses vom 3.12.2010
Der Deutsche Bundestag beschließt zur Stunde, heute am Welttag der Behinderten, die Absenkung der Grundsicherung für Menschen mit Behinderungen, die im Haushalt ihrer Eltern leben. Der ohnehin karge Betrag von 359,- € wird um 68;- € auf 291; - € gekürzt.
Damit errichtet die Mehrheit im Bundestag zusätzliche Barrieren für Menschen mit Behinderungen. Das Bekenntnis zur UN-Behindertenrechtskonvention wird zur Sonntagsrede deklassiert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses „Mannheim – die behindertenfreundliche Stadt“ fordern schon heute die Rücknahme dieser behindertenfeindlichen Hartz IV „Reform“.