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2007 jährte sich der Tag der Verleihung der Stadtrechte an Mannheim zum 400-sten Mal. Aus diesem Anlass wurde u. a. die Kurpfalzachse, die das Mannheimer Schloss im Süden der Innenstadt mit dem Alten Messplatz im Norden verbindet, gestalterisch aufgewertet. Diese historische „Nord-Süd-Achse“ wurde zu einem der zentralen Orte zum Stadtjubiläum. Allerdings entsprach das Erscheinungsbild weder gestalterisch noch funktional diesem für Mannheim so bedeutenden Ereignis. Deshalb wurde die Neuordnung 2002 durch einen Wettbewerb näher definiert. Neben den gestalterischen Aspekten sollte der Wettbewerb den Weg für eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung für die Verbesserungen ebnen und private Initiativen und Investitionen anstoßen. Auf der Grundlage des Wettbewerbsergebnisses wurden weitere Entwurfsplanungen entwickelt und in die Form konkreter Gestaltungsüberlegungen gebracht.
Die Kurpfalzachse lässt sich in die Teilbereiche untergliedern, die im Rahmen des Stadtjubiläums 2007 ganzheitlich gestaltet wurden:
Alter Messplatz
Der Alte Messplatz ist einer der größten Quartiersplätze Mannheims. Er war von stark befahrenen Verkehrsstraßen umgeben sowie durch quer über den Platz verlaufende Gleisanlagen, Haltestellen der Stadtbahn, Taxiständen und Parkierungsflächen zergliedert. Dadurch entstand eine hohe Trennwirkung, so dass der Alte Messplatz als zentraler Platz von der Bevölkerung kaum wahrgenommen wurde. Die Funktion als freiräumliche Wohnergänzung mit entsprechender Aufenthaltsqualität bzw. als Raum für Veranstaltungen, Stadtteilfeste oder Wochenmärkte wurde nicht erfüllt. Ziel war es, den Alten Messplatz wieder als öffentlichen Platz erkennbar und erlebbar zu machen und eine
direkte Beziehung zum Neckar herzustellen. Mit der Verlegung der Gleisanlagen und Haltestellen an die nördlichen und östlichen Randbereiche wurden großräumige Flächen für eine Neugestaltung frei. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen für eine Weiterführung der Stadtbahn durch die „Schafweide“ Richtung Osten als wichtige Maßnahme des ÖPNV geschaffen. Um die Verkehrsströme rund um den Alten Messplatz zu reduzieren, wurde der Verkehr aus der Käfertaler Straße und der Langen Rötterstraße direkt zur Kurpfalzbrücke geleitet, so dass ein Umfahren des Platzes vermieden wird. Dies bewirkt eine Verkehrsentlastung und erleichtert den Zugang zum Alten Messplatz. Der Alte Messplatz selbst erhält eine vielfältige Funktions- und Nutzungsstruktur.
Die Platzfläche wurde durch beidseitige Baumalleen aus Platanen eingefasst und erhielt damit eine räumliche Trennung zu den angrenzenden Verkehrsflächen. Eine weitere Platzfläche, die sog. „Neckarterrasse“ südlich der Dammstraße mit großzügigen Aufenthaltsflächen und einem Ausblick auf den Neckar mit seiner Flusslandschaft, soll künftig die Neugestaltung des Alten Messplatzes abrunden.
Kurpfalzkreisel
Der Kurpfalzkreisel spielt eine zentrale Rolle beim Ausbau der Verkehrswege zwischen Innenstadt und der Neckarstadt über die Kurpfalzbrücke, wo heute täglich über 30.000 Fahrzeuge verkehren. In seiner ursprünglichen Gestalt war der Kurpfalzkreisel aber weder als Verkehrsknoten noch als Platz wahrzunehmen. Er war durch die Gleisanlagen der Stadtbahn sternförmig durchzogen, wobei die Nutzung als zentrale Haltestelle und Umsteigemöglichkeit bereits seit längerem weitgehend aufgegeben wurde. Die versiegelten Flächen innerhalb des Kurpfalzkreisels waren gestalterisch stark unterentwickelt. Die räumlichen Gegebenheiten des Kurpfalzkreisels und des Individualverkehrs blieben vorerst unverändert. Durchgeführt wurden folgende Maßnahmen:
Kurpfalzstraße
Die Kurpfalzstraße, umgangssprachlich auch „Breite Straße“ genannt, wurde in den 70er Jahren im Bereich Paradeplatz bis Kurpfalzkreisel als Fußgängerzone umgestaltet. Gemeinsam mit den „Planken“ bildet sie die zentrale Einkaufsmeile Mannheims in der Innenstadt mit überregionaler Bedeutung. Im Gegensatz zu den „Planken“ hat die
„Breite Straße“ vor der Umgestaltung stark an Image verloren. Es war eine hohe Fluktuation der Geschäfte zu verzeichnen. Um die wirtschaftliche Bedeutung der Innenstadt gegenüber den an der Peripherie angesiedelten Einkaufszentren nicht zu verlieren, war eine Steigerung der Attraktivität der „Breiten Straße“ dringend geboten. In mehreren verschiedenen Bauabschnitten wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
Mit der einheitlichen Gestaltung der Kurpfalzachse wurden daher nicht nur die städtebaulichen Voraussetzungen für einen zentralen Ort der Feierlichkeiten zum 400-jährigen Stadtjubiläum 2007 geschaffen. Durch die Steigerung der Attraktivität wurde die Innenstadt als Einkaufszentrum und damit als bedeutender Wirtschaftsstandort für Handel und Dienstleistungen erhalten.