Mannheim heißt neue Staatsbürger willkommen
„Ich wollte nicht nur Zuschauer sein, sondern ich wollte mitbestimmen“ – Ahousseine Sow erklärte bei der achten Mannheimer Einbürgerungsfeier, warum er sich nach 18 Jahren in Deutschland für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden hat. Der Mann aus Guinea ist einer von 628 Menschen, die in Mannheim in diesem Jahr den Pass der Bundesrepublik angenommen haben. „44 Prozent mehr, als noch im Vorjahr“, freute sich Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei der Willkommensfeier der Stadt Mannheim im Rittersaal des Schlosses.
Die gestiegene Zahl der Einbürgerungen sei ein positives Signal für die Gesamtgesellschaft und auch für die Stadt selbst, sagte Dr. Kurz und begrüßte Menschen aus 57 Nationen nicht nur in Mannheim, wo ein Großteil ohnehin seit vielen Jahren lebt, sondern auch in Deutschland. „Schließlich verstehen wir uns seit 1607 in der Tradition, eine Stadt zu sein, die Menschen aus verschiedenen Kulturen nicht nur beheimatet, sondern die ihnen zugleich Heimat ist.“ Gerade in einer globalisierten Welt sei dieses Heimatgefühl wichtig. Alle neuen Staatsbürger rief er dazu auf, sich im Gemeinwesen einzubringen. „Schließlich kann dieses Gebilde nur existieren, wenn alle ihren Beitrag leisten.“ Menschen wie Ahousseine Sow haben diesen Aufruf bereits verinnerlicht.
Doch auch Caroline Simioni, die ursprünglich aus Rumänien stammt, fühlt sich in Deutschland und vor allem auch in Mannheim rundherum wohl. „Ich habe förmlich die acht Jahre herunter gezählt, die nötig waren, bis ich den Pass beantragen konnte, sagte die Angestellte der BASF. Sie war aus Bukarest an den Hauptstandort des Chemieunternehmens delegiert worden, „und aus der Delegation wurde schließlich Staatsbürgerschaft“, schmunzelte sie in der Talkrunde, durch die einmal mehr Rosa Omenaca führte. Der 15-jährige Henry Sanchez Valdez, der als Dreijähriger aus der Dominikanischen Republik nach Deutschland, und nach einem Umweg über Rheinland-Pfalz, auch nach Mannheim kam. Er fühlt sich mit seinen beiden Kulturen in Deutschland bestens aufgenommen, hatte dafür aber auch eine einfache Erklärung: „Ich bin halt ein netter Kerl und komme mit allen klar.“
Wie wohl er sich mittlerweile hier fühlt, wird deutlich in seinem Engagement im Rahmen des Projektes „Wir! Musik Tanz Kunst“ unter der Leitung von Uli Krug, das wieder für den musikalischen Rahmen im Rittersaal sorge. Und zur Eröffnung vor den neuen Staatsbürgern und den zahlreichen Ehrengästen hatten sich die Musiker aus Deutschland, Kolumbien und der Türkei wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Sie begrüßten die Gäste mit internationalen Variationen des deutschen Volksliedklassikers „Horch, was kommt von draußen rein.“













