Klärwerk Mannheim erzeugt Energie aus Klärschlamm
Im Klärwerk der Stadtentwässerung Mannheim ging am 9. November europaweit eine der ersten Anlagen für Klärschlammvergasung mit einer Kapazität von 5.000 Tonnen Klärschlamm und Rechengut pro Jahr in Betrieb.
„Mit dieser Innovation geben wir europaweit ein Beispiel für den Klimaschutz.“, betont Umweltbürgermeister Lothar Quast. „Nach Fertigstellung von zwei weiteren Ausbaustufen wird das Klärwerk Mannheim, das bereits zu 60 Prozent seinen Energiebedarf durch erneuerbare Energien selbst deckt, diesen Anteil auf weit über 90 Prozent steigern“, blickt er in die Zukunft. Damit sei die Anlage ein Meilenstein auf dem Weg zum energieautarken Klärwerk. Nach Umsetzung aller Maßnahmen wird die Reduktion der CO2-Emissionen pro Jahr circa 40.000 Tonnen betragen.
Seit 37 Jahren wird im Klärwerk des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Mannheim nicht nur Abwasser gereinigt, sondern auch Strom und Wärme aus Biogas erzeugt. Rund elf Millionen Kubikmeter Klärgas pro Jahr entstehen derzeit bei den Faulungsprozessen von Klärschlamm und Abfallprodukten aus der Lebensmittel verarbeitenden Industrie in den Faultürmen. Da der ausgefaulte und getrocknete Klärschlamm noch über organische Anteile verfügt, werden diese in der neuen Klärschlammvergasungsanlage der Fa. Kopf-SynGas GmbH & Ko. KG, weiter verwertet. Seit einigen Wochen läuft die Anlage in der ersten Ausbaustufe im Probebetrieb auf dem Klärwerksgelände.
Sie wurde in 20-monatiger Bauzeit vom Hersteller selbst errichtet und wird zunächst für ein Jahr von ihm betrieben. Nach Realisierung der beiden nachfolgenden Ausbaustufen wird diese Anlage insgesamt 15,2 Millionen Kubikmeter Synthesegas erzeugen. Damit kann sie den Energiebedarf des Klärwerks zu weit über 90 Prozent decken. Durch die Verwertung des Klärschlamms vor Ort werden zusätzlich Transportwege und Kraftstoff eingespart.






