Wirtschaft & Arbeit27.09.2012

Forschungscampus erhält Rückenwind

Die Ursache einer Krankheit direkt an der Wurzel packen – das ist die Idee, die hinter dem Projekt „Mannheim Molecular Intervention Environment“ (M²OLIE) steckt. Mit direkten Eingriffen in die Struktur von Körperzellen will das Projekt die Behandlung von Krebserkrankungen verbessern. Für diese Idee hat das Team um M²OLIE jetzt Rückenwind vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten.

M²OLIE gehört damit zu den zehn Gewinnern der von Bundes-forschungsministerin Annette Schavan ins Leben gerufenen Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“. Die Fäden des innovativen Projektes, eines medizin-technologischen Forschungscampus, laufen in der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg zusammen. Aus dem Fördertopf des Bundes- wissenschaftsministeriums soll das Projekt über 15 Jahre hinweg mit jährlich ein bis zwei Millionen Euro unterstützt werden.

„Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Erfolg, der ein Signal für den Forschungsstandort Mannheim darstellt. Grundlage war die Bündelung der Kräfte so vieler forschungsstarker Einrichtungen und Unternehmen aus Mannheim und der Region unter Führung der medizinischen Fakultät Mannheim. Ich kann mir kein besseres Umfeld für M²OLIE vorstellen“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

M²OLIE – Molekulare Intervention

Mit dem Ansatz von M²OLIE verlagert sich die Perspektive in der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen, nämlich vom Organ oder Gewebe hin zu zellulären oder noch kleineren – molekularen – Strukturen. Die so genannte molekulare Intervention bietet die Möglichkeit, einzelne Defekte in einer Zelle gezielt zu heilen. Besonders Krebserkrankungen wollen die Wissenschaftler hiermit erforschen.

Neben der Medizin werden auch naturwissenschaftliche Fächer und Ingenieurwissenschaften beteiligt sein. Das Projekt Forschungscampus M²OLIE hat konkret zum Ziel, dafür einen „Operationsraum der Zukunft“ zu entwickeln.

Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft

Zu den Partnern von M²OLIE gehören unter anderem das Institut für Medizintechnologie (IMT), die Medizinische Fakultät Mannheim, die Fraunhofer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) sowie eine Abteilung des Deutschen Krebs-forschungszentrums. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim sowie mehrere Unternehmen, darunter Siemens und Carl Zeiss, überprüfen die Anwendbarkeit der Entwicklungen.

                                                                                                                      

Konzentration gefordert: Mitarbeiter von der Universitätsmedizin bei einem Eingriff


27.09.2012

Konzentration gefordert: Mitarbeiter von der Universitätsmedizin bei einem Eingriff

Auf dem Bild:

v.l.n.r. Prof. Dr. Sadick, Prof. Dr. Diehl und MTRA Frau Hönnige von der Universitätsmedizin Mannheim bei einem bildgestützten minimal-invasiven Eingriff an Blutgefäßen.



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