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Kinder, Jugend, Familie28.06.2011

Feuergriffel für Rike Reininger

Es war eine spannende Zeit für Rike Reiniger: Drei Monate verbrachte die 3. Feuergriffel-Preisträgerin in Mannheim, um ihre Buchidee „Samika aus dem weißen Land“ auszuarbeiten, mit der sie sich für das diesjährige Stadtschreiberstipendium für Kinder- und Jugendliteratur beworben hatte. Bei der Abschlusslesung im Mannheimer Schloss sprach die Autorin über ihre Erlebnisse in der Quadratestadt. Höhepunkt des Abends bildete die Überreichung des Feuergriffels.

Der Leiter der Stadtbibliothek Dr. Bernd Schmid-Ruhe eröffnete die Veranstaltung mit einem Ausspruch Tucholskys. „Der Leser hat´s gut, er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.“ Genau das tun die Veranstalter des Feuergriffels, die Stadtbibliothek und dessen Förderverein, seit 2007 alle zwei Jahre. Das Bewerbungsmanuskript Reinigers überzeugte Jurymitglied Juergen Boos, weil er in ihm gesehen habe, dass hier „etwas Neues entsteht und dieses Neue auch überraschend ist“.  

Der Einladung nach Mannheim, die Stadt mit dem „ältesten von Bürgern getragenen Theater“, sei sie gern gefolgt, meinte die Berlin lebende Autorin und Theaterwissenschaftlerin Reiniger. Gefragt nach ihrem Lieblingsort in Mannheim sagte sie spontan: „Ganz klar der Neckar.“ Den habe sie immer zuerst zu sehen bekommen hat, wenn sie ihre Wohnung im Turm der alten Feuerwache verließ, etwa, um in Schulen ihre Arbeit vorzustellen. „Unglaublich beeindruckt“ haben sie die Schüler der Blinden- und Sehbehindertenschulen Ilvesheim. Ihr Besuch beim Kinderklinkradio Rumms ist Reiniger ebenfalls in besonderer Erinnerung geblieben. „Ich war erstaunt, dass es dort ein so professionelles Radio gibt“, meinte sie, bei Rumms werde eine ganz tolle Arbeit gemacht. 

Im Schloss las die Autorin Auszüge aus ihrem Roman. Die Wölfin Samika hat ihr Rudel verloren und verlässt das weiße Land, dem sie nicht mehr angehört. In ihrer neuen Heimat triff sie auf den Haushund Yannik. Reiniger beschreibt Samikas Wanderschaft, die Annäherung des ungleichen Paars, das Vertrautsein und Einander-fremd-Sein, das kurze leidenschaftliche Glück der beiden in einer bildreichen Sprache. Die Zuhörer lauschten gebannt.

Im Anschluss an die Lesung überreichte Hartwig Trinkaus von der Heinrich-Vetter-Stiftung der Autorin, die während ihres Mannheimaufenthalts für die „Zigeuner-Boxer“ außerdem beim Heidelberger Stückemarkt einen Preis erhielt, die Feuergriffel-Urkunde. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert.

Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte das Duo Listen 2.

Sponsoren des Feuergriffels sind MVV Energie, die Heinrich-Vetter-Stiftung und das Kulturzentrum Alte Feuerwache.

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