Demografiewoche in Mannheim eröffnet
Die Stadt Mannheim hat die Herausforderungen des demografischen Wandels erkannt und angenommen – mit diesem Signal eröffnete Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz die Auftaktveranstaltung der Demografischen Woche in der Metropolregion Rhein-Neckar. „Die Stadtgesellschaft kann nur funktionieren, wenn Toleranz und Austausch unter den einzelnen Altersklassen herrschen“, sagte Kurz und nannte einen weiteren Aspekt des demografischen Wandels: „Wir werden bunter.“ Schon aktuell haben 38 Prozent der Mitbürger in Mannheim einen Migrationshintergrund.
Darüber hinaus müsse es gelingen, die Geburtenraten wieder zu stabilisieren. „Die Skandinavischen Länder machen uns derzeit vor, dass es funktionieren kann.“ Schlüssel dabei sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Aktuell haben wir in Deutschland eine relativ niedrige Frauenerwerbsquote“, wusste Kurz. Und das, obwohl es sich bei den Frauen oft um hervorragend qualifizierte Arbeitskräfte handele. Außerdem werfe der Wandel auch Fragestellungen für die Ausbildung und Bildung auf. „Aktuell verlieren wir in jedem Jahrgang zehn bis 15 Prozent der Jugendlichen ohne qualifizierten Abschluss. Das können wir uns auf die Dauer nicht mehr leisten.“
Darauf und auf viele weitere Fragestellungen sollen die Veranstaltungen und Diskussionen der Demografie-Woche liefern. Und Mannheim sei dabei mit gutem Beispiel und einer ganzen Menge Veranstaltungen rund um das Themenfeld voran gegangen, freute sich Ralph Schlusche, Verbandsdirektor der Region Rhein-Neckar. „Wir alle sind in allen Lebensbereichen von diesem Wandel betroffen. Dafür wollen wir die Bürger sensibilisieren.“ Zudem sollen Vereine und Organisationen, die bereits auf reagiert haben eine Plattform für ihre Lösungsangebote erhalten.
Klaus Dollmann, Beauftragter für Menschen mit Behinderung in Mannheim, hofft auf viele weitere Angebote, von denen letztlich alle profitieren werden: „Zehn Prozent aller Menschen sind auf Barrierefreiheit angewiesen, bei 30 Prozent der Bevölkerung wird dies irgendwann einmal der Fall sein, aber schon heute ist es für 100 Prozent einfach komfortabel.“ Weitere Antworten könnten in den Konversionsflächen entstehen. „Eine Älter werdende Stadt braucht Orte gegenseitiger Wahrnehmung. Die Konversionsflächen bieten die Chance auf eine neue Begegnungskultur“, sagte der Konversionsbeauftragte Konrad Hummel. So seien in Turley drei Wohngruppen als „Mehrgenerationenhaus“ vorgesehen. „Man muss aber gar nicht neu erfinden, was es doch schon gibt“, ergänzte Peter Roßteutscher vom Mobilitätsmanagement der Stadt und verwies auf die funktionierenden Häuser der Gründerzeit zum Beispiel in der Neckarstadt, wo sich Studenten, Familien, Singles und Senioren bereits unter einem Dach wohlfühlen und arrangiert haben.
Wer mehr über die Demografie-Woche in der Metropolregion Rhein-Neckar erfahren möchte kann dies unter www.demografie-mrn.de tun.







