Stadtgeschichte
Stadtpunkte
Festung - Planstadt - Residenz
019 Pfälzer Hof D 1, 5-6
Kategorie 1: Festung – Planstadt – Residenz
Der Wirt Johann Heinrich Renner kauft 1750 das zum Paradeplatz hin gelegene Eckhaus des Quadrats D 1 und eröffnet hier das Gasthaus "Pfälzer Hof". Durch den Zukauf von Nachbargrundstücken und Umbauten entsteht nach und nach ein stattlicher dreistöckiger Bau – noch im 20. Jahrhundert eines der ersten Häuser am Platz für die zahlreichen Fremden, die Mannheim einen Besuch abstatten. Im Herbst 1777 logiert hier Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner Mutter, bevor sie in eine Unterkunft im Quadrat F 3 umziehen, die für ihren längeren Aufenthalt günstiger ist. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ist Mannheim ein beliebtes Ziel europäischer Bildungsreisender, die nicht selten mehrere Monate bleiben. Gerühmt werden sowohl die außergewöhnliche Anlage von Schloss und Stadt, als auch die kulturellen Einrichtungen und nicht zuletzt „die verfeinerten Sitten“ der Einwohner. So schreibt der Engländer Charles Burney 1772: "Die Stadt selber ist reinlicher, schöner und regelmäßiger, als ich noch je eine gesehen hatte."
Von links nach rechts:
Die Schriftstellerin Sophie von La Roche (1731-1807), besucht die Stadt oft und veröffentlicht 1791 im Mannheimer Verlag Schwan und Götz das Buch „Briefe über Mannheim“, in dem sie die Vorzüge der Stadt mit guter Beobachtungsgabe und viel Sympathie schildert. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) hält sich insgesamt vier Mal in Mannheim auf. Sein längster Besuch währt vom 30. Oktober 1777 bis zum 14. März 1778. In dieser Zeit versucht er vergeblich eine Anstellung bei Kurfürst Karl Theodor (1724-1799) zu erhalten. Er kann aber vielfältige Kontakte zu den Musikern der Hofkapelle knüpfen, die als „Mannheimer Schule“ europaweit einen hervorragenden Ruf genießen. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)
Der Pfälzer Hof im 19. Jahrhundert. Das Gebäude wird bis 1929 als Hotel genutzt. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)