Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Donnerstag, 11. März 2010 Inhalt
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 110 Sozialer Wohnungsbau im Quadrat F 5

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Sozialer Wohnungsbau im Quadrat F 5

110 Sozialer Wohnungsbau im Quadrat F 5

  • Kategorie 4: Demokratie – Arbeiterbewegung – Widerstand

  • Kategorie 5: Lebendige Stadt – Geschundene Stadt – Moderne Großstadt

Im 2. Weltkrieg werden die Quadrate F 5 bis F 7 weitgehend zerstört. Beim Wiederaufbau wird hier die bisher typische Blockrandbebauung zugunsten neuer architektonischer und städtebaulicher Vorstellungen aufgegeben. In mehreren großen Baumaßnahmen errichtet die Gemeinnützige Baugesellschaft (GBG) im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus ab 1951 fünf- bis sechsgeschossige Wohnblocks in einem durchgrünten Umfeld. In den parallelen, nach der Sonne ausgerichteten Häusern entstehen moderne Wohnungen mit Bad und Toiletten, familiengerecht geschnitten, hell und freundlich. Das unterscheidet sie wesentlich von der verwinkelten Vorkriegsbebauung. Das Quadrat F 5 ist auch für die Geschichte der 1848er Revolution in Mannheim ein wichtiger Ort: In der Druckerei von Moritz Hähner (1803-1877) in F 5, 19 wird die „Mannheimer Abendzeitung“ gedruckt, eines der überregional bedeutsamen demokratischen Blätter. Ihr Redakteur Johann Peter Grohe (1807-1874) sitzt von April bis September 1848 in Haft. In der Nachbarschaft wohnt damals auch Theresia Canton, die Gründerin und Präsidentin des Mannheimer Frauenvereins Concordia.

Das Modell des Quadrates F 5 vor der Zerstörung 1943/1944 zeigt die intensive Vorkriegsbebauung. Markiert sind die Häuser Nr. 8 und 19 sowie die Nr. 22-27
Familienbogen von Theresia Canton geb. Hartmuth (1795-1870). Sie wohnt 1848/49 in F 5, 8. Der von ihr initiierte Frauenverein Concordia stiftet 1849 den Revolutionären eine Fahne, die sich heute im Museum von Schopfheim befindet
Neubauten auf dem Quadrat F 6. Im Vordergrund der planierte jüdische Friedhof F 7
Die Häuserzeile F 5, 22-27, um 1907. Hinter den „schönen“ historischen Fassaden ducken sich ineinandergeschachtelte Innenhöfe ohne Sonne, Licht und Frischluft mit kleinen, verwinkelten und ungesunden Wohnungen

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Das Modell des Quadrates F 5 vor der Zerstörung 1943/1944 zeigt die intensive Vorkriegsbebauung. Markiert sind die Häuser Nr. 8 und 19 sowie die Nr. 22-27. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB01612, Fotograf: Robert Häusser)

  • Familienbogen von Theresia Canton geb. Hartmuth (1795-1870). Sie wohnt 1848/49 in F 5, 8. Der von ihr initiierte Frauenverein Concordia stiftet 1849 den Revolutionären eine Fahne, die sich heute im Museum von Schopfheim befindet. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB01612)

  • Neubauten auf dem Quadrat F 6. Im Vordergrund der planierte jüdische Friedhof F 7. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB01612, Fotograf: Robert Häusser)

  • Die Häuserzeile F 5, 22-27, um 1907. Hinter den „schönen“ historischen Fassaden ducken sich ineinandergeschachtelte Innenhöfe ohne Sonne, Licht und Frischluft mit kleinen, verwinkelten und ungesunden Wohnungen. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF005037)

Diese Tafel wurde gestiftet von: GBG Mannheim