Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Sonntag, 14. März 2010 Inhalt
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 037 Altes Rathaus und Untere Pfarrkirche St. Sebastian F 1

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Altes Rathaus und Untere Pfarrkirche St. Sebastian F 1

Altes Rathaus und Untere Pfarrkirche St. Sebastian F 1

  • Kategorie 2: Migration - Toleranz - Verfolgung

  • Kategorie 5: Lebendige Stadt – Geschundene Stadt – Moderne Großstadt

Der Marktplatz in G 1 wird zusammen mit dem ersten Rathausbau in F 1 bereits Anfang des 17. Jahrhunderts angelegt. Nach den Zerstörungen der Stadt im 30-jährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg wird der Standort jeweils beibehalten. Ab 1700 wird der Wiederaufbau des Rathauses geplant. Die Stadt wünscht sich neben dem Rathaus den Anbau einer Mehlwaage und lässt entsprechende Pläne entwerfen. Doch Kurfürst Johann Wilhelm (1758-1716) entscheidet sich – im Rahmen seiner Politik zur Rekatholisierung der Kurpfalz – für einen durch den gemeinsamen Turm verbundenen Doppelbau von Rathaus und katholischer Pfarrkirche. Es sind die ältesten erhaltenen Gebäude Mannheims. Seit 1705 werden im Rathaus Ratssitzungen abgehalten. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert reicht der Platz für die vielfältigen kommunalen Aufgaben einer schnell wachsenden Großstadt nicht mehr aus. Nach dem 1910 erfolgten Umzug von Verwaltung und Stadtrat ins umgebaute Kaufhaus N 1 behalten in F 1 nur das Gemeindegericht, das Standesamt und der Stadtschularzt ihren Sitz. Dagegen bleibt die Kirche in Funktion und wird heute auch Marktkirche genannt.

In der von 1891 bis 1908 dauernden Amtszeit von Oberbürgermeister Otto Beck (1846-1908) entwickelt sich Mannheim von einer Handels- zu einer Industriestadt
Blick auf die Empore mit Orgel in der Unteren Pfarrkirche, 1934, bis 1804 ist sie die einzige katholische Pfarrkirche in der Stadt
Nicht ausgeführter Plan für den Neubau des Rathauses mit Mehlwaage von Anton Bailleux, 1701
Altes Rathaus und Untere Pfarrkirche mit Marktbrunnen vor der Zerstörung von 1943

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • In der von 1891 bis 1908 dauernden Amtszeit von Oberbürgermeister Otto Beck (1846-1908) entwickelt sich Mannheim von einer Handels- zu einer Industriestadt. Die Einwohnerzahl steigt von 80 000 auf 177 000 Personen an. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF007646)

  • Blick auf die Empore mit Orgel in der Unteren Pfarrkirche, 1934, bis 1804 ist sie die einzige katholische Pfarrkirche in der Stadt. Der Kirchenpatron ist der Heilige Sebastian. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, AB 1530-303a)

  • Nicht ausgeführter Plan für den Neubau des Rathauses mit Mehlwaage von Anton Bailleux, 1701. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF015109)

  • Altes Rathaus und Untere Pfarrkirche mit Marktbrunnen vor der Zerstörung von 1943. Der Typ des Doppelbaus mit Mittelturm wird bei der Reformierten Kirche in R 1 und beim Kaufhaus in N 1 wieder aufgegriffen. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF001621)

Diese Tafel wurde gestiftet von: Heinrich-Vetter-Stiftung