Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Sonntag, 14. März 2010 Inhalt
Startseite
:

 106 Amt für Lastenausgleich C 7, 1-4

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Amt für Lastenausgleich C 7, 1-4

Amt für Lastenausgleich C 7, 1-4

  • Kategorie 2: Migration - Toleranz - Verfolgung

  • Kategorie 5: Lebendige Stadt – Geschundene Stadt – Moderne Großstadt

In der Nachkriegszeit ist hier ein Teil des Amts für Lastenausgleich untergebracht. Mit einem Bündel von Gesetzen, beginnend mit dem Soforthilfegesetz von 1949, die alle unter den Begriff „Lastenausgleich“ subsummiert werden, versucht die damals junge Bundesrepublik, ein Millionenheer von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen zu integrieren. Vor Ort ist dafür ein städtisches Amt zuständig. Vor dem Krieg steht an dieser Stelle das 1903 fertig gestellte Wöchnerinnenasyl Luisenheim. Hier erblickt 1907 der spätere Jesuitenpater, Redakteur und Widerstandskämpfer Alfred Delp das Licht der Welt. Er versteht sich als Christ, der „sich die Dinge nicht verfälschen lässt“, und schließt sich dem Kreisauer Kreis an. Am 11. Januar 1945 wird er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 2. Februar 1945 hingerichtet.

Alfred Delp
Die Oberin mit zwei Schwestern des Luisenheims
Das Luisenheim zerstört, 23. Januar 1945
Wöchnerinnenheim

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Alfred Delp als Redakteur bei „Stimmen der Zeit“ in München, um 1940. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF041580)

  • Die Oberin mit zwei Schwestern des Luisenheims, um 1910. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB00220-003)

  • Das Luisenheim zerstört, 23. Januar 1945. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF028425)

  • Das am 12. März 1903 in Gegenwart der Protektorin, Großherzogin Luise von Baden (1838-1923), eingeweihte Wöchnerinnenheim hält 110 Betten auf 1 800 qm bereit. Ein Erweiterungstrakt wird 1929 bezogen. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF021709)