Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Freitag, 12. März 2010 Inhalt
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 023 Verwaltungsgebäude K 7

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel am Eingang von K 7
  • Kategorie 2: Migration – Toleranz – Verfolgung

  • Kategorie 5: Lebendige Stadt – Geschundene Stadt – Moderne Großstadt

Nach Plänen von Hochbauamtschef Josef Zizler (1881-1955) wird 1922-1927 in K 7 ein würdiger Sitz der kommunalen Versorgungsbetriebe errichtet. Das Verwaltungsgebäude dient zunächst als Sitz der Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke. Die klare Baukörpergliederung und der sparsame Schmuck zeigen den Übergang zur „Neuen Sachlichkeit“. In den Jahren 1931-1939 werden die Räumlichkeiten auch von der Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBG) genutzt. In dem bei Kriegsende noch intakten Gebäude arbeitet die im April 1945 von den Amerikanern eingesetzte Stadtverwaltung, hier haben die Oberbürgermeister Josef Braun (1889-1955), Fritz Cahn-Garnier (1889-1949) und Hermann Heimerich (1885-1963) ihre Amtszimmer, hier tagt der Beirat, der Vorläufer des 1946 erstmals frei gewählten Stadtrats. Bis 1976 sind auch die technischen Ämter hier untergebracht, dann zieht das Ordnungsamt ein. Als Sitz der Bürgerdienste und der Ausländerbehörde ist der renovierte, an Schlossarchitektur erinnernde Bau ein wichtiger Anlaufpunkt für die Bevölkerung der Unterstadt und auch für die 68 000 ausländischen Bürger.

Fritz Cahn-Garnier
Die letzte Sitzung des Beirats im Mai 1946.
Vereidigung des Oberbürgermeisters Hermann Heimerich
Der Verwaltungsbau der kommunalen Versorgungsbetriebe, um 1930

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Fritz Cahn-Garnier ist vor 1933 Mannheimer Stadtsyndikus und muss danach wegen seiner jüdischen Abstammung schwerste Repressalien ertragen. 1948 wird er als erster Oberbürgermeister nach dem 2. Weltkrieg direkt von der Bevölkerung gewählt. Doch ist ihm nur eine sehr kurze Amtszeit vergönnt. Er stirbt bereits im Juni 1949 überraschend an einem Herzanfall. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF042211)

  • Die letzte Sitzung des Beirats im Mai 1946. Am Tisch in der Mitte unter dem Stadtwappen sitzend Oberbürgermeister Josef Braun, dahinter stehend die führenden Vertreter der maßgeblichen politischen Kräfte nach dem 2. Weltkrieg: August Kuhn (1886-1964, CDU, 2. v.l.), Paul Schreck (1892-1948, KPD, 3. v.l.) und Jakob Trumpfheller (1887-1975, SPD, 4. v.l.). (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF010603)

  • Vereidigung des Oberbürgermeisters Hermann Heimerich durch den kommissarischen Landesbezirksdirektor Finanzminister Dr. Kaufmann am 20. August 1949. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF006839)

  • Der Verwaltungsbau der kommunalen Versorgungsbetriebe, um 1930. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF035830)

Diese Tafel wurde gestiftet von: GBG Mannheim