Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Freitag, 12. März 2010 Inhalt
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 113 Hauptbahnhof

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel am Hauptbahnhof

Hauptbahnhof

  • Kategorie 2: Migration – Toleranz – Verfolgung

  • Kategorie 5: Lebendige Stadt – Geschundene Stadt – Moderne Großstadt

Der Mannheimer Hauptbahnhof befindet sich seit 1876 an dieser Stelle, die damals noch außerhalb des bebauten Stadtgebiets liegt . Seine Verlagerung vom Tattersall hierher hängt mit dem Bau der 1868 eröffneten festen Rheinbrücke nach Ludwigshafen zusammen, die Straßen- und Eisenbahnbrücke in einem ist. Das Bahnhofsgebäude wird mehrfach umgebaut: 1927 bis 1929 wird die Kuppel entfernt, die der „Neuen Sachlichkeit“ der 1920er Jahre nicht mehr entspricht. Bei der letzten Sanierung des Hauptbahnhofs am Anfang des 21. Jahrhunderts entsteht sie als Glaskuppel neu. Als Bahnknotenpunkt, den er bis heute darstellt, ist der Mannheimer Hauptbahnhof nicht nur in Friedenszeiten ein Tor in alle Welt mit direkten Verbindungen nach Paris, Basel oder Berlin und Hamburg. Im 1. Weltkrieg machen die Züge mit Soldaten für den Stellungskrieg in Frankreich hier Halt ebenso wie die Lazarettzüge mit den dort Verwundeten. Im 2. Weltkrieg werden sowohl die Deportation der badischen Juden nach Gurs 1940 mit der Bahn durchgeführt als auch 1942 deren weitere Verschleppung, die über das Sammellager Drancy bei Paris in die Vernichtungslager im Osten führt. Die Züge aus Drancy passieren auch den Mannheimer Hauptbahnhof.

Station des Rotes Kreuz am Bahnhof
Bahnsteig
Bahnhof 1894
Doppelkirche der reformierten Gemeinden im 18. Jahrhundert

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Im 1. Weltkrieg betreibt das Rote Kreuz im Hauptbahnhof eine Erfrischungsstation für durchreisende Soldaten. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF003778)

  • Im 2. Weltkrieg wird der Mannheimer Hauptbahnhof durch Bombenangriffe weitgehend zerstört. Noch 1949 ist die Überdachung der Bahngleise nicht wieder hergestellt. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF 33058)

  • Der Hauptbahnhof im Jahr 1894, noch bevor die Straßenbahn in Mannheim gebaut wird. Rechts erkennt man eine Pferdedroschke. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF040883)

  • Enthüllung des Hinweisschildes „Gurs 1170 km“ am 29. November 2006. Die Aufstellung des Schildes geht auf die Initiative einer Gruppe von Jugendlichen zurück, die sich 2005/06 in dem Projekt „Souvenirs de Gurs“ engagiert mit dem Schicksal der rund 2000 Mannheimer Juden beschäftigt haben, die am 22. Oktober 1940 mit der Bahn in das Lager Gurs am Rande der Pyrenäen deportiert wurden. Der Hinweis in Form eines modernen Wegweisers soll die Erinnerung in der Gegenwart lebendig halten. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB01612-7)