Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Freitag, 12. März 2010 Inhalt
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 015 Dragonerkaserne M 3 a und M 4 a

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel am Eingang M3

Dragonerkaserne M 3 a und M 4 a

  • Kategorie 1: Festung – Planstadt – Residenz

  • Kategorie 5: Lebendige Stadt – Geschundene Stadt – Moderne Großstadt

Seit Gründung der Festung im Jahr 1606 sind in Mannheim Soldaten stationiert; für die werden naturgemäß Kasernenbauten benötigt. Unter Kurfürst Karl Philipp (1661–1742) wird auf den heutigen Quadraten M 3a und M 4a 1722 mit dem Bau einer Kaserne für die kurfürstlichen Gardereiter begonnen. Mit dem Übergang der Stadt an Baden am Anfang des 19. Jahrhunderts übernimmt das 2. Badische Dragoner-Regiment die Gebäude. Als berittene Truppe brauchen die Dragoner auch Stallungen für ihre Pferde, welche 1828 im benachbarten Quadrat L 6 errichtet werden. Bis 1903 dient die Dragonerkaserne wechselnden Truppenteilen als Unterkunft. Dann geht sie in städtischen Besitz über. Die Gebäudeteile in M 3a dienen seit 1903 dem zunächst städtischen Arbeitsamt als Dienstsitz. Nach dessen Umwandlung in ein staatliche Anstalt wird die alte Kaserne 1930-1932 abgerissen und durch einen Neubau im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ ersetzt. Die Gebäude in M 4a werden von der Stadtverwaltung umgebaut und 1935 als „Schlageter-Haus“ der Hitler-Jugend, SS, SA und dem Jungvolk zur Nutzung überlassen. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg bleibt M 4a eine Freifläche, die heute als Parkplatz genutzt wird.

Zwischen Militär und Stadtverwaltung gibt es immer wieder Probleme wegen der durch die Kasernenanlage führenden öffentlichen Kurfürstenstraße, die auf Drängen des Militärs zeitweilig geschlossen wird. Die Tore in Richtung Schloss sind auf diesem um 1920 entstandenen Foto gut zu erkennen.
Abbruch der alten Dragonerkaserne, 1930-1932.
Beamtenraum der Stellenvermittlung für Arbeiter im neuen Arbeitsamt, 1932. An jeden Schreibtisch schließt sich eine Kabine mit einer Tür zum Warteraum an, aus dem die Arbeitssuchenden jeweils einzeln eintreten.
Blick auf die Dragonerkaserne von L 6 aus

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Zwischen Militär und Stadtverwaltung gibt es immer wieder Probleme wegen der durch die Kasernenanlage führenden öffentlichen Kurfürstenstraße, die auf Drängen des Militärs zeitweilig geschlossen wird. Die Tore in Richtung Schloss sind auf diesem um 1920 entstandenen Foto gut zu erkennen. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF011837)

  • Abbruch der alten Dragonerkaserne, 1930-1932. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB00074)

  • Beamtenraum der Stellenvermittlung für Arbeiter im neuen Arbeitsamt, 1932. An jeden Schreibtisch schließt sich eine Kabine mit einer Tür zum Warteraum an, aus dem die Arbeitssuchenden jeweils einzeln eintreten. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB00074)

  • Blick auf die Dragonerkaserne von L 6 aus. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF005819)

Diese Tafel wurde gestiftet von: Arbeitsamt Mannheim