Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Freitag, 12. März 2010 Inhalt
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 013 Zweiter Schlossbau im 18. Jahrhundert

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel vor dem Mannheimer Schloss

Zweiter Schlossbau im 18. Jahrhundert

  • Kategorie 1: Festung – Planstadt - Residenz

Am 12. April 1720 verkündet der katholische Kurfürst Karl Philipp, der sich bereits seit geraumer Zeit mit dem reformierten Kirchenrat in Heidelberg um die Nutzung der Heiliggeistkirche streitet, dass er die Residenz von Heidelberg nach Mannheim verlegen wird. Damit beginnt in Mannheim eine vollkommen neue Entwicklung als Hauptstadt der Kurpfalz. Schon am 2. Juli 1720 wird der Grundstein für das neue Residenzschloss gelegt, das in seinen Ausmaßen eines der größten seiner Art in Europa wird und den Machtanspruch seines Hausherrn unterstreicht. Die ursprünglichen, immer wieder im Detail überarbeiteten Baupläne stammen von Johann Kaspar Herwarthel (1675-1720), basierend auf Skizzen von Louis Remy de la Fosse (um 1659-1726). Durch den Tod Herwarthels wechselt die Bauleitung schon 1720 an Jean Clemens Froimon. Ihm folgen Architekten und Baumeister von zum Teil europäischem Rang wie Guillaume d´Hauberat (1680-1750), Alessandro Galli da Bibiena (1687-1748) und Nicolas de Pigage (1723-1796). Nach mehreren Unterbrechungen ist die Schlossanlage 1760 weitgehend fertig. Die immensen Kosten von rund 2 Millionen Gulden werden größtenteils über Sondersteuern der kurpfälzischen Einwohner aufgebracht.

Karl Philipp (1661-1742)
Schlosskirche, Innenansicht 1896
Plan von Mannheim, 1724
Große Vogelschauansicht der neuen Residenz

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Ganz Kind eines höfisch-absolutistischen Zeitalters, lässt sich Karl Philipp (1661-1742) stets mit Allongeperücke und den Insignien seiner Kurwürde porträtieren. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)

  • Schlosskirche, Innenansicht 1896. Im November 1731, wenige Monate nach Einweihung der Schlosskirche, bezieht der Kurfürst sein Schloss. In der Kirche wird Karl Philipp seine letzte Ruhestätte finden. Für die Deckenmalereien zeichnet Cosmas Damian Asam (1686-1739) aus München verantwortlich. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB01729-399)

  • Plan von Mannheim, 1724. Vom Schloss ist nur der Mittelbau eingezeichnet, der zu dieser Zeit bereits steht. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, KS00645)

  • Große Vogelschauansicht der neuen Residenz, um 1725. Dargestellt wird der Planungszustand beim Ausscheiden von Jean Clément Froimon (um 1686-1741). Der vordere Verbindungsgang wird nicht ausgeführt. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)

Diese Tafel wurde gestiftet von: Fuchs Petrolub AG