Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Montag, 15. März 2010 Inhalt
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 009 Schiffsbrücke über den Neckar

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel bei der Brücke

Schiffsbrücke über den Neckar

  • Kategorie 1: Festung – Planstadt – Residenz

  • Kategorie 2: Migration – Toleranz - Verfolgung

Um eine Anbindung an die großen Handelsstraßen zu Land und Wasser zu haben, gilt es seit der Gründung der Stadt 1607 nicht nur, Rhein und Neckar zu befahren, sondern sie auch zu überqueren. So gibt es schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Schiffsbrücke über den Neckar. Hierbei handelt es sich um aneinander befestigte Nachen, über die ein Brückensteg führt. Um Schiffe oder Flöße passieren zu lassen, muss der Übergang an bestimmten Stellen geöffnet werden. Hochwasser oder Eisgang richten oft Schäden an den Brückennachen an, zwingen bisweilen sogar zum vorübergehenden Abbau der Konstruktion. Bei Kriegsgefahr kann die Brücke schnell beseitigt und der Zugang zur Stadt erschwert werden. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688/89 dient die Neckar-Schiffsbrücke als Fluchtweg aus der Stadt. Scharen von Hugenotten überqueren sie, um sich vor den anrückenden französischen Truppen in Sicherheit zu bringen. Einst waren die in Frankreich unterdrückten Protestanten mit großen Hoffnungen nach Mannheim gezogen. Nun müssen sie ihre neue Heimat wieder verlassen. Das Ziel der meisten ist Magdeburg.

Die Einnahme Mannheims durch französische Truppen
Schiffsbrücke am Neckar
Der Kran am Neckar
Gedruckter Grundriss der Festung Friedrichsburg und der Stadt Mannheim

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Die Einnahme Mannheims durch französische Truppen unter dem Grand Dauphin, dem Sohn Ludwigs XIV., dargestellt in einer Historienmalerei von Edouard Henri Théophile Pingret aus dem Jahr 1837. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF041687

  • Die Schiffsbrücke am Neckar besteht bis 1845. Dieses Gemälde stammt von 1834. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF003808)

  • Der Kran am Neckar, um 1830. Der so genannte Neckarlauer, der Schiffsanlegenplatz, zu dem auch der Kran gehört, befindet sich etwas unterhalb der Schiffsbrücke in Richtung Neckarmündung. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF003822)

  • In den gedruckten Grundriss der Festung Friedrichsburg und der Stadt Mannheim aus dem Jahr 1663 ist die Schiffsbrücke über den Neckar nachträglich per Hand eingezeichnet worden. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, KS00745)