Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Mittwoch, 10. März 2010 Inhalt
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 074 Marktplatz G 1

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

078 Marktplatz G 1

Marktplatz G 1

  • Kategorie 1: Festung – Planstadt - Residenz

  • Kategorie 3: Bürgertum – Handel – Industrie

  • Kategorie 5: Lebendige Stadt – Geschundene Stadt – Moderne Großstadt

Schon bald nach der Stadtgründung 1607 entsteht der Marktplatz zusammen mit dem ersten Rathaus. Seit dieser Zeit wird an drei Tagen der Woche der „Speisemarkt“ abgehalten, dessen Standgelder die Stadtkasse erheblich aufbessern. Ab und an wird das ruhige Alltagsleben unterbrochen von den Begleiterscheinungen hoher Politik: den öffentlichen Hinrichtungen im 17. Jahrhundert, dem Qualm brennender Tuchballen im Zeichen der 1807 verkündeten Kontinentalsperre, Volksversammlungen mit mehr als 6 000 Teilnehmern während des badischen Aufstands 1849, blutigen Krawallen um den Preis der Kirschen im Juni 1919 oder Demonstrationen gegen die Folgen der Währungsreform 1948. Schon 1667/68 wird im Zentrum des Platzes ein Brunnen angelegt, den Wachenheimer Steinhauer gefertigt haben. Seit 1771 erhebt sich dort das Brunnendenkmal, das Kurfürst Karl Theodor der Stadt 1767 geschenkt hat. Die Figurengruppe stellt Mannheim allegorisch als Handelsstadt zwischen den Flüssen Rhein und Neckar dar.

0Marktszene auf einem Guckkastenblatt aus dem 18. Jahrhundert.
Karl Mathy (1806-1868) verteidigt im Frühjahr 1848 gegenüber einer protestierenden Volksmen-ge seine konterrevolutionäre Haltung
Diese Medaille erinnert an die Huldigung Kurfürst Karl Theodors (1724-1799) und seiner Gattin Elisabeth Auguste (1722-1794) durch die Mannheimer Bevölkerung, die am 29. April 1744 auf dem Marktplatz zelebriert wurde
Am 20. Oktober 1948 findet auf dem Marktplatz die größte Massenkundgebung statt, die es je in Mannheim gegeben hat. Auf einen Aufruf der Gewerkschaften hin protestieren rund 70 000 Menschen gegen steigende Preise als Folge der Währungsreform und allgemein gegen die Poli-tik des Wirtschaftsrats, die als unsozial angesehen wird

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Marktszene auf einem Guckkastenblatt aus dem 18. Jahrhundert. (Reiss-Engelhorn Museen Mannheim)

  • Karl Mathy (1806-1868) verteidigt im Frühjahr 1848 gegenüber einer protestierenden Volksmenge seine konterrevolutionäre Haltung. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF023309)

  • Diese Medaille erinnert an die Huldigung Kurfürst Karl Theodors (1724-1799) und seiner Gattin Elisabeth Auguste (1722-1794) durch die Mannheimer Bevölkerung, die am 29. April 1744 auf dem Marktplatz zelebriert wurde. (Reiss-Engelhorn Museen Mannheim)

  • Am 20. Oktober 1948 findet auf dem Marktplatz die größte Massenkundgebung statt, die es je in Mannheim gegeben hat. Auf einen Aufruf der Gewerkschaften hin protestieren rund 70 000 Menschen gegen steigende Preise als Folge der Währungsreform und allgemein gegen die Poli-tik des Wirtschaftsrats, die als unsozial angesehen wird. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung, KF18145)

Diese Tafel wurde gestiftet von: Heinrich-Vetter-Stiftung