Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Mittwoch, 17. März 2010 Inhalt
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 006 Wohnhaus des Musikers Ignaz Fränzl, C 3, 5

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Wohnhaus Fränzl

Wohnhaus des Musikers Ignaz Fränzl, C 3, 5

  • Kategorie 1: Festung – Planstadt – Residenz

In einem Vorgängerbau dieses Hauses wohnt bis Ende des 18. Jahrhunderts der Geiger Ignaz Fränzl. Während der Residenzzeit unter Kurfürst Karl Theodor 1743-1778 ist Mannheim ein Musikzentrum von europäischem Rang. Die „Mannheimer Schule“ erlangt ihren überregionalen Ruf zunächst durch die atemberaubende Perfektion, mit der die Kurpfälzische Hofkapelle musiziert. Diese Qualität verdankt das Orchester wesentlich dem aus Böhmen stammenden Geiger und Komponisten Johann Stamitz (1717-1757), der auch ein begnadeter Lehrer ist. Aus der Hofkapelle erwachsen mehrere Komponisten wie Christian Cannabich (1731-1798), Ignaz Holzbauer (1711-1783) oder Franz Xaver Richter (1709-1789), deren Schaffen zum Ruhm der „Mannheimer Schule“ beiträgt.

An der von Stamitz ins Leben gerufenen Orchesterschule absolviert auch Ignaz Fränzl seine Ausbildung und wird zunächst Hofkapellmeister und 1778 erster musikalischer Leiter des späteren Nationaltheater-Orchesters. Auch Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) äußert sich in seinen Briefen lobend über Fränzls Violinspiel.

Stamitz Orchester 1930
Portrait Ignaz Fränzl (1736-1811)
Grundstücksaufteilung des heutigen Quadrats C 3, 1774

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Bis heute ist die „Mannheimer Schule“ vielfältig im musikalischen Leben der Stadt verankert. So griff das 1921 gegründete Stamitz-Orchester – hier 1930 bei einem Konzert im historischen Rittersaal des Schlosses – mit seiner Namenswahl bewusst diese Tradition auf. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF016695)

  • Ignaz Fränzl (1736-1811), Geiger und Hofkapellmeister bleibt, anders als die meisten seiner Kollegen, auch nach dem Umzug des Hofes nach München in Mannheim. (Kurpfälzisches Museum, Heidelberg)

  • Grundstücksaufteilung des heutigen Quadrats C 3, 1774. Damals werden die Quadrate und Häuser noch fortlaufend nummeriert, so dass C 3, 5 im Jahr 1774 das Haus Nr. 1266 im Quadrat Nr. 77 ist. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Grundrissbuch, 1774)

Diese Tafel wurde gestiftet von: Stiftung Landesbank Baden-Württemberg