Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Donnerstag, 11. März 2010 Inhalt
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 011 Schlossplatz: Stadt- und Festungsgründung 1606/07

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel vor dem Schloss

Schlossplatz: Stadt- und Festungsgründung 1606/07

  • Kategorie 1: Festung – Planstadt – Residenz

Auf dem heutigen Schlossplatz befindet sich im Mittelalter das Dorf Mannheim, eine merowingisch-fränkische Gründung, vermutlich aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts. Um 1440 leben bereits rund 500 Menschen in Mannheim, das Dorf gehört zu den größten der Kurpfalz. Wegen seiner gewachsenen Bedeutung und seiner strategischen Lage am Zusammenfluss von Rhein und Neckar will der Pfälzer Kurfürst Friedrich IV. zu Beginn des 17. Jahrhunderts hier eine starke Festung und eine Stadt als Doppelanlage gründen, um seine Vormachtstellung als Haupt der protestantischen Union zu unterstreichen. Gleichzeitig hofft er, Glaubensflüchtlingen aus Frankreich und den Niederlanden anzulocken. Deshalb bietet er den Mannheimer Dorfbewohnern den Tausch ihrer Häuser und großzügige Entschädigung ihrer Grundstücke an. Trotz erheblicher Widerstände wird am 17. März 1606 der Grundstein für die Festung Friedrichsburg und die Stadt Mannheim gelegt. Die meisten Bewohner siedeln schließlich in die am 24. Januar 1607 privilegierte Stadt um. Konzipiert hat die barocke Planstadt mit ihrem rechtwinkligen, bis heute charakteristischen Straßensystem („Quadrate“) der Niederländer Barthel Janson. Bereits wenige Jahre später, im Dreißigjährigen Krieg, werden Festung und Stadt nahezu vollständig zerstört.

Urkund aus dem Lorscher Kodex
Der Festungs- und Stadtgründer, der pfälzische Kurfürst Friedrich IV
Planskizze der Festung

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Mannheim wird urkundlich erstmals 766 als Mannenheim, Heim des Manno (Kurz- oder Koseform von Hartmann oder Hermann) im Lorscher Kodex genannt. Die hier abgebildete Urkunde mit der Überschrift „Mannenheim“ folgen weitere rund 40 im Lorscher Kodex. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, AB1697 -001)

  • Der Festungs- und Stadtgründer, der pfälzische Kurfürst Friedrich IV. (1574-1610). Sein gleichnamiger Sohn, Kurfürst Friedrich V. (1596-1632), wird durch die Annahme der böhmischen Königskrone den Dreißigjährigen Krieg und damit auch Mannheims erste Zerstörung auslösen. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, AB1697-025)

  • Die sternförmige Festung Friedrichsburg und die Stadt Mannheim gelten als einer der Hauptorte der protestantischen Union. Sie vereinen die architektonischen Idealvorstellungen ihrer Zeit: Das Radialsystem in der Friedrichsburg, das Vierungsschema im Stadtgebiet. Der Plan gibt den Zustand vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges wieder. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, GF00526)

Diese Tafel wurde gestiftet von Volker Batz.