Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Montag, 15. März 2010 Inhalt
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 001 Palais Bretzenheim A 2, 1

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Palais Bretzenheim A 2, 1

Palais Bretzenheim A 2, 1

  • Kategorie 1: Festung – Planstadt – Residenz

Der größte und repräsentativste Adelssitz im Mannheim des 18. Jahrhunderts entsteht zwischen 1782 und 1788 nach Plänen des Architekten und Bildhauers Peter Anton von Verschaffelt (1710-1793). Bauherr ist kein geringerer als Kurfürst Karl Theodor (1724-1799) selbst, der eine standesgemäße Unterkunft für seine außerehelichen Kinder in Sichtweite des Schlosses errichten lässt. Drei Töchter und einen Sohn schenkt ihm die junge Josepha Seyffert (1748-1771). Die zur Gräfin Heydeck erhobene kurfürstliche Mätresse stirbt 1771 bei der Geburt von Zwillingen im Kindbett. Karl Theodor, der keine ehelichen Kinder hat, liebt und legitimiert seine Heydeck’schen Nachkommen. Er lässt sie 1774 durch Kaiser Joseph II. (1741-1790) in den Reichgrafenstand, später sogar in den Fürstenstand erheben. Außerdem erwirbt er für seinen natürlichen Sohn Karl August (1769-1823) die reichsunmittelbare Herrschaft Bretzenheim bei Kreuznach, nach der auch das Palais benannt wird. Während seines Aufenthalts in Mannheim gibt Wolfgang Amadeus Mozart (1751-1791) den Heydeck’schen Kindern im Dezember 1777 hier Musikunterricht.

Fassadenaufriss des Palais Bretzenheim von Peter Anton von Verschaffelt aus dem Jahr 1781
Karl August von Bretzenheim als Knabe
Gräfin Maria Josepha von Heydeck mit ihren Kindern, Gemälde von H. C. Brandt, um 1785
Zerstörtes Palais nach dem Zweiten Weltkrieg

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Fassadenaufriss des Palais Bretzenheim von Peter Anton von Verschaffelt aus dem Jahr 1781. (Kurpfälzisches Museum Heidelberg)

  • Karl August von Bretzenheim als Knabe. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF019354)

  • Gräfin Maria Josepha von Heydeck mit ihren Kindern, Gemälde von H. C. Brandt, um 1785. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)

  • Im 2. Weltkrieg wird das Gebäude, das seit 1899 der Rheinischen Hypothekenbank gehört, zerstört und in der äußeren Erscheinung dem historischen Vorbild folgend wieder aufgebaut. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF028400)

Diese Tafel wurde gestiftet von: Heinrich-Vetter-Stiftung