Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Sonntag, 14. März 2010 Inhalt
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 057 Wohnhäuser der Familie Lanz A 2, 7

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel beim Wohnhaus Lanz im Quadrat A 2

Wohnhäuser der Familie Lanz A 2, 7

  • Kategorie 3: Bürgertum – Handel – Industrie

Heinrich Lanz gelingt es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus einer kleinen Landmaschinenfabrik eine Weltfirma zu schaffen. Neben dem spröden, wortkargen „Macher“ steht seine kontaktfreudige, warmherzige Frau, mit der er vier Kinder hat. Julia Lanz nutzt ihre guten Beziehungen und sozialen Fähigkeiten für den Dienst an der Allgemeinheit. Bereits als 17-Jährige ist sie Mitglied des Badischen Frauenvereins, der unter anderem die Lage arbeitsloser Frauen zu bessern sucht. 1883 wird sie dort Vorstandsmitglied, später Präsidentin des Mannheimer Zweigs. 1899 wird die heute noch bestehende Heinrich-und-Julia-Lanz-Stiftung ins Leben gerufen. Nach dem Tod ihres Mannes setzt Julia Lanz das Stiftungswerk mit beträchtlichen Geldzuwendungen an das Nationaltheater fort. 1910 erhält sie als erste Frau das Mannheimer Ehrenbürgerrecht als Dank für die Stiftung von einer Million Mark zugunsten der Handelshochschule. Obwohl sie mit ihrem vielfältigen Engagement große Eigenständigkeit beweist, unterschreibt Julia Lanz – gemäß den Gepflogenheiten ihrer Zeit – auch nach dem Tod ihres Mannes stets als „Frau Heinrich Lanz“.

Arbeiter der Firma Lanz
Krankenhaus
Heinrich Lanz
Julia Lanz

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Arbeiter der Firma Lanz, 1907. Ein Arbeitsplatz bei Lanz bedeutet ein vergleichsweise gutes Einkommen, angemessene Arbeitszeiten und hohes Ansehen innerhalb der Arbeiterschaft. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF040048)

  • Kurz vor seinem Tod stiftet Heinrich Lanz vier Millionen Mark für Wohltätigkeitszwecke. Das Geld wird von der Familie für den Bau eines Krankenhauses verwendet, das direkt bei den Fabrikanlagen liegt. Es wird 1907 eröffnet und gilt als ausgesprochen modern. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung AB01612)

  • Zu Hause berichtet Kommerzienrat Heinrich Lanz (1843-1905) nichts über seine Arbeit. Selbst die Bilanz- und Hauptbücher der Firma müssen nach seinem Tod gesucht werden. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF016121)

  • Julia Lanz, geb. Faul (1843-1926), ist auch im Vorstand des 1887 gegründeten Frauenvereins zur Unterhaltung des Wöchnerinnenasyls Luisenheim. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF016122)