Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Donnerstag, 11. März 2010 Inhalt
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 065 Lameygarten R 7

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Lameygarten R 7

Lameygarten R 7

  • Kategorie 3: Bürgertum – Handel – Industrie

Im Grüngürtel, der durch die seit 1799 durchgeführte Schleifung der Festungsanlagen entstanden ist, baut sich 1826/27 der Architekt Jakob Friedrich Dyckerhoff ein Wohnhaus mit Garten. Prominentester Bewohner des Hauses ist später der Jurist August Lamey. Als badischer Innenminister gehört er zu den maßgeblichen Politikern der „neuen Ära“ seit 1860. In diesen Jahren entwickelt sich Baden zum liberalen Musterland: Die Revolutionäre von 1849 werden amnestiert, Gewerbefreiheit und Freizügigkeit stoßen die wirtschaftliche Entwicklung an, die Juden erhalten die volle rechtliche Gleichstellung, eine Verwaltungsreform stärkt die Rechte der Bürger. Dennoch tritt die badische Regierung 1866 nach der Niederlage Österreichs im innerdeutschen Konflikt zurück. Nun verlegt Lamey seinen Wohnsitz in die Stadt, die ihm erst wenige Monate zuvor die Ehrenbürgerwürde verliehen hat, um damit ihre Unterstützung für den Reformkurs auszudrücken. Als führender Nationalliberaler kehrt Lamey 1867 in den Landtag zurück, dem er bis 1870 und nochmals von 1875 bis 1892 angehört. Von 1871 bis 1874 hat er einen Sitz im Reichstag inne.

Jakob Friedrich Dyckerhoff (1776-1845).
August Lamey (1816-1896)
Die Villa in R 7
Das Dyckerhoff-Lamey-Haus

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Jakob Friedrich Dyckerhoff (1776-1845). (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF037618)

  • August Lamey (1816-1896), in zweiter Ehe mit Dyckerhoffs Tochter Maria (1824-1918) verheiratet, zieht Ende 1866 in die großzügige Villa seiner Schwiegereltern. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)

  • Die Villa in R 7 wird im 2. Weltkrieg zerstört – die Grünanlage erinnert an ihren großzügigen Garten und trägt den Namen des einstigen prominenten Besitzers. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung GF0123)

  • Blick über die Gärten der Quadrate S 6 und R 7auf das Dyckerhoff-Lamey-Haus, um 1895. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF018911)