Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Samstag, 13. März 2010 Inhalt
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 056 Bankhaus Ladenburg D 3, 14

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Tafel bei D 3,14

Bankhaus Ladenburg D 3, 14

  • Kategorie 3: Bürgertum – Handel – Industrie

Anfang der 1780er Jahre beginnt Wolf Hajum Ladenburg einen Handel mit Juwelen und betreibt Geldwechsel- und -verleihgeschäfte. Im Jahr 1785 gründet er eine Bank, zu deren Kundenkreis bald hohe Staatsbeamte und Unternehmenspioniere gehören. Seligmann Ladenburg, seit 1839 mit zwei Brüdern Mitinhaber der väterlichen Bank, wird zum führenden Kopf des Traditionshauses. Sein Engagement gilt besonders dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Eisenbahn, Hafen, Dampfschifffahrt). Als guter Kenner der örtlichen Verhältnisse ist er auch zu risikoreichen Kreditvergaben bereit. So ist die Ladenburgbank an der Gründung noch heute bestehender Firmen wie der BASF, der Südzucker AG oder der Zellstofffabrik Waldhof maßgeblich beteiligt. Seligmanns Sohn Karl Ladenburg trägt in den 1860er Jahren wesentlich zur Gründung der Badischen Bank bei. Unter ihm als Seniorchef verbindet sich die Privatbank 1905 mit der Berliner Discontogesellschaft. In der daraus entstehenden Süddeutschen Discontogesellschaft hält aber die Familie Ladenburg noch immer die Mehrheit der Anteile. 1929 zählt diese Gesellschaft zu den Großbanken, die sich als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise zur Deutschen Bank AG zusammenschließen.

Der Bankgründer Wolf Hajum
Haus in D 3, 14
Karl Ladenburg
Seligman Ladenburg

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Der Bankgründer Wolf Hajum Ladenburg (1766-1851), knüpft durch geschickte Heiratspolitik Verbindungen zu den Familien des Hoffaktors Gottschalk Mayer (1761-1835) und des Bankiers Hirsch Levi Hohenemser (um 1771-1838). (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)

  • Das Haus in D 3, 14 (ehemals D 3, 12), um 1775 erbaut, ist seit 1823 Sitz des Bankhauses Ladenburg. Im 2. Weltkrieg wird das Gebäude völlig zerstört. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung GF073)

  • Karl Ladenburg (1827-1909) macht sich auch als Politiker und durch wohltätige Stiftungen einen Namen. 1907 wird er als erster Jude mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF000265)

  • Seligman Ladenburg (1797-1873) spielt im gesellschaftlichen Leben der Stadt eine bedeutende Rolle. Er gehört zu den Mitgründern der „Ressource“, eines jüdischen Geselligkeitsvereins und ist einer der ersten jüdischen Mitglieder in der Harmonie-Gesellschaft von 1803, der ältesten kulturellen Gesellschaft in Mannheim und Umgebung. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF011478) 

Diese Tafel wurde gestiftet von: HARMONIE-GESELLSCHAFT von 1803