Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Donnerstag, 11. März 2010 Inhalt
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 071 Wohnhaus von August von Kotzebue, A 2, 5

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

071 Wohnhaus von August von Kotzebue, A 2, 5

071 Wohnhaus von August von Kotzebue, A 2, 5

  • Kategorie 3: Bürgertum – Handel – Industrie

Am 23. März 1819 sticht der Theologiestudent und Burschenschaftler Karl Ludwig Sand den vermeintlichen russischen Spion und Reaktionär August von Kotzebue in seiner Wohnung nieder. Der bekannte Theaterdichter lebt seit einem halben Jahr mit seiner Familie im Haus A 2, 5. Die Tat Sands stößt in nationalen und liberalen Kreisen auf viel Sympathie. Dem Deutschen Bund unter Führung von Metternich gibt sie Anlass zu einer reaktionären Welle von „Demagogenverfolgungen“, die durch die Karlsbader Beschlüsse im August 1819 legitimiert werden. Sand versucht, sich das Leben zu nehmen – allerdings ohne Erfolg. Nach einjähriger Haft lautet das Urteil des Oberhofgerichts auf Tod, auf ein Begnadigungsgesuch an den Großherzog wird verzichtet. Am 20. Mai 1820 wird Sand auf der Glaciswiese vor dem Heidelberger Tor, unweit des Zuchthauses in Q 6, wo er einsaß, mit dem Schwert hingerichtet. Ein starkes Militäraufgebot sichert den Richtplatz nahe dem heutigen Wasserturm.

071 Wohnhaus von August von Kotzebue, A 2, 5 - Kollage

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Karl Ludwig Sand sticht August von Kotzebue in seiner Wohnung in A 2, 5 nieder. (Stadtarchiv Mannheim – IGS, Bildsammlung, AB01612-7)

  • Selbstmordversuch von Karl Ludwig Sand (1795-1820) nach dem Mord an Kotzebue. (Stadtarchiv Mannheim – IGS, Bildsammlung, KF013475)

  • Hinrichtung Sands auf der Wiese vor dem Heidelberger Tor, die im Volksmunde lange „Sands Himmelfahrtswiese“ genannt wird. Schon der erste Hieb war tödlich. (Stadtarchiv Mannheim – IGS, Bildsammlung, AB01612-7)

  • August von Kotzebue (1761-1819) trug den Titel eines russischen Staatsrats. (Stadtarchiv Mannheim – IGS, Bildsammlung, GP 569)

Diese Tafel wurde gestiftet vom: Familie Joachim Peters