Stadt Mannheim: Leben im Quadrat Montag, 15. März 2010 Inhalt
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 054 Industrie- und Handelskammer L 1, 2

Stadtpunkte - Mannheimer Geschichte vor Ort

Industrie- und Handelskammer L 1, 2

Industrie- und Handelskammer L 1, 2

  • Kategorie 3: Bürgertum – Handel – Industrie

In L 1, 2 steht seit 1743 das Löwenthal’sche Palais, dessen barocker Ursprung trotz mehrfachen Umbaus noch bis zum 2. Weltkrieg gut zu erkennen ist. Im Jahre 1926 bezieht die Handelskammer Mannheim das repräsentative Gebäude. Deren Geschichte geht zurück auf das Jahr 1728, als Kurfürst Karl Philipp (1661–1742) den Mannheimer Handelsleuten und Krämern eigene „Zunfft-Privilegia“ erteilt. Ab 1831 trägt die Institution die Bezeichnung Handelskammer, 1935 wird die Industrie dem alten Namen hinzugefügt, da diese inzwischen wichtiger ist als der Handel. Unter ihren Präsidenten, die aus bedeutenden Mannheimer Familienunternehmen kommen und oft auch politische Ämter in der Stadt bekleiden, nimmt die Handelskammer Einfluss auf verkehrs-, zoll- und steuerpolitische Debatten und Entscheidungen. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg entsteht 1950-1951 der Nachfolgebau von Architekt Ernst Plattner (1880-1966) im sachlich funktionalen Stil der Zeit. Der Um- und Neubau zum heutigen Gebäude wird 1989-1993 nach Plänen von Peter Serini durchgeführt.

Der große Saal des Palais
Der Nachfolgebau von 1951
Philipp Diffené (1833-1903)
Löwenthal’sche Palais

Abbildungen

Von links nach rechts:

  • Der große Saal des Palais gehört zu den schönsten Beispielen eines Rokoko-Raums in Mannheimer Adelshäusern. Er bleibt 1926 beim Umbau des Gebäudes für die Handelskammer erhalten. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF003755)

  • In dem Nachfolgebau von 1951 werden bewusst im Erdgeschoss Läden eingerichtet, um der Kurpfalzstraße den gewünschten Charakter einer Einkaufsstraße zu geben. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF005913)

  • Philipp Diffené (1833-1903), ein Sohn des Mannheimer Oberbürgermeisters Heinrich Christian Diffené (1804-1883), ist von 1880 bis 1903 Handelskammerpräsident, daneben nimmt er zeitweilig Mandate in der Ersten Kammer der badischen Landstände und im Reichstag war. 1903 wird er mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. (Stadtarchiv Mannheim – ISG, Bildsammlung KF037638)

  • Von 1768 bis 1802 ist das Löwenthal’sche Palais Sitz der kurpfälzischen Lotterieadministration, die den Vorläufer des heutigen Lottospiels, das „Lotto di Genova“ veranstaltet. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)

Diese Tafel wurde gestiftet von: IHK Rhein-Neckar